Wie nicht anders zu erwarten wurde auf dem Neuen Sänger, besonders von "Hardcore-Fans" des alten, kräftig herumgehackt. Er wäre ja kein "echter" Schotte, könne kein Gälisch und überhaupt klänge er mehr nach Country als nach Folk, geschweige denn Folk-Rock. Das erste Album mit dem Neuen schien ihnen recht zu geben. Zwar hatte es seine Highlights, war aber etwas schwächer als die Vorigen, außerdem mußte man sich erst an die neue Stimme gewöhnen. Während der Grabenkampf der "Fans" noch ungebrochen tobte legte Runrig ein neues Live-Album vor und siehe da, das klang schon viel besser. Alte Songs wurden umarangiert und brachten so vel frischen Wind in die Band. Das neue Album "The stamping ground" festigt dieses neue Gefühl, das die Band ergriffen zu haben scheint. Wie weggeblasen ist die alte Müdigkeit der letzten Jahre mit Donnie. Die Magie ist wieder da und die Band ist stärker als je zuvor. Alle Sorgen sind überdies unbegründet. Der neues Sänger fügt sich wunderbar ein, klingt kein bisschen nach Country und singt bei eigen Liedern auch gälisch. Mit dem 20. Platz erzielte die neue Scheibe überdies die höchste Chartplatzierung der Band in Deutschland überhaupt und das zu recht. Dieses Album verbindet auf geniale Weise die traditionellen schottischen Klänge des Folk mit modernen Arrangements und Rythmen. Unverbesserliche Donnie-Fans, die es wohl einfach nicht verkraften können, daß ihr Idol nicht mehr groß vermisst wird unken zwar immer noch, sollten aber wohl in den Solo-Alben des Sängers eine Ersatzdroge gefunden haben, auch wenn dort bisher meist nur seichter Mainstream-Pop zu finden ist. Runrig ist da anders und dieses neue Album beweist es mit jedem Lied, denn keines der Songs wäre es wert übersprungen zu werden.