Die beiden Autoren sind Professoren in York, England. In diesem Buch gehen sie der Frage nach, woher eigentlich solche gesellschaftlichen Probleme wie Übergewicht, Teenager-Schwangerschaften, psychische Krankheiten, Gewalttaten und Bildungsmängel kommen.
Ihre Methode besteht darin, verschiedene Industrieländer und zur Kontrolle sämtliche US-Bundesstaaten statistisch zu vergleichen. Dabei stellt sich heraus, dass der Faktor "ungleiche Verteilung" mit diesen Problemen korreliert. Vereinfacht ausgedrückt, leben einfache Menschen in einem gerechteren Land gesünder und friedlicher als Vermögende in einem ungerechteren Land. Sie gehen dabei sehr kritisch und vorsichtig vor und überprüfen jede Aussage. Zugleich bemühen sie sich darum, die statistischen Ergebnisse zu erklären.
Beispiele:
- Stress durch den Zwang zum Mithalten bei starker Konkurrenz führt zu Übergewicht (S. 86)
- Ungleichere Länder haben dramatisch mehr Gefängnisinsassen (145)
- Materiell ausgeglichere Staaten wie Schweden oder Kuba sind umweltfreundlicher als ungleiche Staaten wie die Arabischen Emirate oder die USA
- Auch der Bildungsgrad der Bevölkerung hängt offensichtlich mit einer grerechten Verteilung der Reichtümer zusammen
Die Schlussfolgerungen. die die Autoren ziehen, sind dann aber etwas matt: Sie schlagen Politikern vor, sich mehr um Gerechtigkeit zu kümmern, weil es ja doch für alle besser wäre. Da werden die bestimmt drauf hören? Trotzdem ist das Buch eine hervorragende und fundierte Analyse mit ungewöhnlichen Schlussfolgerungen.
Wer es lieber in deutscher Übersetzung liest:
Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind