In Nummer 7, also der ersten Story des vorliegenden Bandes, sind drei Kurzgeschichten verschiedener Autoren enthalten, die Cooke vertreten haben. Dabei ragt für mich die Geschichte von Walter Simonson heraus, der sich offensichtlich intensiv mit den alten Spirit Geschichten Will Eisner's befasst hat, denn er trifft den Geist dieser Stories haargenau.
Palmiotti dagegen konzentriert sich auf einen Aspekt, den Eisner ebenfalls immer wieder zum Thema gemacht hat, das Leben der kleinen Leute mit ihren Geldnöten., während es sich bei der dritten Story, die aus der Feder von Kyle Baker stammt, um eine klassische Film Noir Parodie im besten Sinne handelt. DC zeigt hier, dass ihnen am Charakter des Spirits sehr viel gelegen ist, denn als Vertretung für Cooke haben sie ausschließlich namhafte und dem Genre doch sehr nachstehende Autoren beauftragt.
In der zweiten Story setzt Cooke dann einmal mehr seine Stärke ein. Wieder einmal gelingt es ihm, die Stories zu modernisieren, indem er eine Atombombe als Bedrohung einsetzt, und dich den altmodischen Charme der Spirit Stories zu bewahren. Denn der Spirit bringt Satin das Gedächtnis mit einem Kuss zurück. Und genau mit diesem Macho-Charme bricht er augenzwinkernd wieder, indem er Satin Spirit anschließend eine kleben lässt. Wie Satin die Explosion der Bombe verhindert, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Beide Stories um El Morte sind eindeutig dem Horror-Milieu geschuldet. Erstmals tritt der Spirit gegen einen Gegner an, dem er körperlich nichts entgegenzusetzen hat. Man muss als Leser der Story sogar zugestehen, dass er ohne die Hilfe Ellens und Argos, der sich selbstlos opfert, sich wohl selbst opfern müsste. Diese Stories verbreiten eine düstere Atmosphäre und genau dieser Gegensatz zu den bisherigen Stories Cookes beim Spirit gibt der Serie genau zum richtigen Zeitpunkt einen neuen Schwung und einen neuen Impuls.
Puren Sarkasmus bietet das erneute Aufeinandertreffen Ginger Coffees mit dem Spirit vor dem Hintergrund einer Mordserie unter TV-Moderatoren. Cooke leistet mit dieser Story einmal mehr Kritik am Medium fernsehen, das die gute, alte Zeitung, wie sie beim Spirit der 40er Jahre noch üblich war, abgelöst hat und nimmt den Kampf der TV-Sender um Sensationslust und damit verbundenen Einschaltquoten aufs Korn, ohne dabei zu überziehen oder gar zu bitter zu wirken.
Das letzte Abenteuer verrät mehr über den Denny Colt im Spirit und spricht alle Leser an, die sich auch heute noch gern (oder vielleicht auch weniger gern) an ihre verflossene Jugendliebe erinnern.
Auch Band 2 liefert eine kongeniale Fortsetzung des auch schon wunderbaren ersten Bandes. Mit der # 12 verlässt Cooke die Abenteuer um den Spirit. Doch dies ist kein Grund zur Trauer, denn es heißt: Vorhang auf für Mr. Sergio Aragones, der besonders den älteren Lesern noch als Zeichner der Randfiguren" in MAD bekannt sein dürfte.