Schluss mit kantig! Nach seinem Brachial-Ausflug "Love Travels At Illegal Speeds" rudert Graham Coxon zurück und lässt auf dem neuen Album "The Spinning Top" gediegenen Songwriter-Pop erklingen.
Er gönnt sich keine Pause: War Ende letzten Jahres mit Peter Doherty im Studio, verkündete nebenher seine Rückkehr zu Blur und tüftelte obendrein an seinem siebenten Soloalbum. Das nennt sich schlicht "The Spinning Top" und markiert die erste große Verschiebung in Graham Coxons Karriere - musikalisch versteht sich, denn allem Experimentierdrang zum Trotz, setzt der Gitarrist auf das, was er am besten kann: Gitarre spielen.
So geraten viele Songs auf "The Spinning Top" zu ruhigen Singer/Songwriter-Momenten und erinnern nicht selten an Nick Drake oder den frühen Leonard Cohen. Was Coxon dazu trieb? Er selbst spricht von ungezwungenen und befreienden Studio-Sessions, von einer Reise, die ihm zeigte, was möglich sei. Vielleicht wirkt diese Erklärung hochtrabend - fest steht, dass sein siebentes Album zum Besten gehört, was der Blur-Gitarrist abseits der Band je fabrizierte.
Womit wir beim eigentlichen Thema wären. Denn man fragt sich, warum Coxon "The Spinning Top" erst jetzt herausbringt, nachdem es im August 2008 bereits fix und fertig war? Die Gefahr, dass es im Trubel der Blur-Reunion untergeht, ist groß und wäre mehr als schade. Nicht zuletzt deshalb, weil hier eine Seite zu Tage kommt, die vom Protagonisten nicht zu erwarten war.
Comeback hin oder her: Mit "The Spinning Top" ist Graham Coxon endlich da, wo er hingehört - ganz bei sich selbst. Eine wahrhaft fulminante Rückkehr.
Produktbeschreibungen
COXON,GRAHAM SPINNING TOP