Southern Rap boomt ja zur Zeit gewaltig. Nachdem Atlanta, New Orleans und Memphis sich auf der HipHop-Landkarte etabliert hatten, war 2005 das Jahr des Durchbruchs für Houston. Doch auch schon vorher veröffentlichte Chamillionaire Massen an starken Mixtapes und das geile Album "Get Ya Mind Correct" mit Ex-Swisha House Kollege Paul Wall. Nun war Koopa mit seinem Debüt auf Universal Records an der Reihe und brachte eines der besten Alben der letzten Jahre auf den Markt. Schon der erste Track "In The Trunk" ist eine echte Bombe. Knallharter Beat, noch härtere Raps. Einfach geil. Mit Scott Storch an den Reglern und Lil Flip am Mic hat er sich für "Turn It Up" zwei Hochkaräter verpflichtet. Dass dieser Song ebenfals dope ist, versteht sich ja von selbst. Genau wie die hinlänglich bekannte Hitsingle "Ridin" featuring Krayzie Bone. Das Instrumental ist erste Sahne und die beiden spitten Rhymes, wie ich es auf einem H-Town Album noch nie gehört habe. Noch besser gefällt mir "No Snitchin", dass aus den Händen von Cool & Dre stammt. Ein schnellerer Track, der aber durch den geil gesungenen Refrain von Koopa und Bun B. auch zum chillen einlädt. Ganz anders, nämlich knallhart, ist das crunkige "Southern Takeover" mit Killer Mike und Crunk-Gott Pastor Troy. Der Beat lässt jedem South-Fan das Herz höher schlagen und auch die Verses sind erste Sahne. Besonders die hart gerappte, halb gebrüllte Strophe und die Background-Vocals im Hook von PT haben es mir angetan, aber auch Chamillionaire rappt gewohnt gut und schnell. "Radio Interruption" ist für mich der einzige leicht schwache Track, was an dem doch recht langweiligen, halb gerappten, halb gesungenen Hook liegt. Allerdings sind die Strophen sehr gut und chillig geworden. Härter geht es dann wieder bei "Frontin" zu. Das Instrumental ist wieder richtig fett geworden und bringt die Boxen an ihre Grenzen. Auch Koopa gibt wie immer sein Bestes und kickt deepe Rhymes und flowt perfekt. Dass Abwechslung bei "The Sound Of Revenge" groß geschrieben wird, bekommt man mit "Grown & Sexy" zu spüren. Wie alle Produktionen ist der Beat wieder perfekt geworden. Ruhig, dennoch harmonisch, melodisch und Love-Song-Style, noch dazu Koopa's geniale Stimme beim gesungenen Refrain, machen dieses Lied zu einem meiner Favoriten. Ziemlich entspannt geht es auch bei "Think I'm Crazy" mit Natalie und "Rain" mit Houston-Legende Scarface und Billy Cook zu. Beide Tracks sind sehr R'n'B lastig und können mit sehr deepen Lyrics überzeugen. Ebenfals sehr geil und chillig ist "Picture Perfekt" mit Altmeister Bun B.. Mein absoluter Favorit unter all dieser Hammer-Tacks ist das von Mannie Fresh produzierte "Fly As The Sky". Ich hab schon lange nicht mehr einen so geilen Beat gehört, auch wenn Mannie fast nur Hits produziert. Koopa rappt mal wieder richtig stark, auch Feature Rasaq ist echt gut, doch beide werden vom Cash Money-Zugpferd Lil Wayne und seiner einzigartigen Stimme in den Schatten gestellt. Völlig unterschiedlich zu diesem Club-Banger ist das asiatisch angehauchte "Peepin' Me", das sehr ruhig ist und damit eine perfekte Bühne für Chamillionaires Rhymes bietet. Mein zweiter Lieblingstrack ist der letzte Song "Void In My Life". Er ist sehr emotional, bietet die wohl besten Lyrics des Albums, Koopa rappt genial und singt noch besser im Refrain. Ein Song, den sich jeder mal anhören sollte. "The Sound Of Revenge" ist das wohl beste Houston-Album der letzten Jahre, bei dem selbst Intro und Outro gut geworden sind und das sogar die Werke von Paul Wall, Mike Jones, Bun B. und Z-Ro weit hinter sich lässt. Jeder der auf South- und H-Town-Rap steht muss sich dieses Album eigentlich zulegen, da er sonst einiges verpasst.