INTRO
Flaming Lips? Na klar - böse, böse Herpesbläschen vom Krötenlecken! Eigentlich waren die benebelten Herrschaften um Frontmann Wayne Coyne immer schon ... äh ... "slightly different", selbst im direkten Vergleich zu anderen Potheads. Die Senor-Rossi-Variante sozusagen: ziemlich neben der Kappe, aber gleichzeitig liebenswert knuddelig. Mit "The Soft Bulletin" gibt sich das Quartett aus Oklahoma City nach längerer Abstinenz entrückt wie eh und je, um gleichzeitig jedoch die letzten noch verbliebenen Noisepartikel vergangener Tage endgültig auf ein Minimum herunterzufahren. Logische Fortsetzung zu "Clouds Taste Metallic", möchte man meinen, schließlich fliegt ihnen in der Heimat auch so oft genug das Interieur um die Ohren (... ?!), und mit der Nachbarin klappt's folglich auch wieder besser. Auffallend dagegen, daß Coyne & Co. zum Pilzepflücken neuerdings verstärkt im selben Märchenwald unterwegs zu sein scheinen wie ihre verträumten Seelenverwandten von der Ostküste: Mercury Rev. Selbige gelten ja spätestens seit ihrem letztjährigen Durchbruch als stilsichere Experten für "what's hot and what's not" in Sachen orchestrales Brimborium und dürften nicht ganz unschuldig sein an der Tatsache, daß unsere tornadogeschädigten Freunde ihr Equipment zumindest um die eine oder andere singende Säge erweitert haben. Auch sonst massenhaft feinsinnige Sperenzchen, Zuckerwatte-Melodien in Cinemascope und geklonte Streicher auf Acid. Kurz: Lärmpop goes Neuschwanstein!
Ralf Wetzel / © Intro - Musik & so
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