Trent Raznor und Atticus Ross, zwei eher unbekannte Komponisten. Jedenfalls ich habe noch nie was von beiden gehört. Umso größer war mein Interesse an der Filmmusik zu einem der umstrittensten Filme des Jahres: "The Social Network". Die beiden schufen einen außergewöhnlichen Score, der zwar sehr subtil und simpel daherkommt, aber nicht nur im Film, sondern auch alleine ohne jegliche Bilder eine beeindruckende Atmosphäre erschafft.
Fast komplett aus dem Computer entstand dieses einzigartige Werk, was aber nicht verwunderlich ist, denn ein orchestraler Score wäre sehr unpassend gewesen. Reznor und Ross kreierten einen speiziellen Sound, wie ich finde, der den Film trägt und ihn sehr kraftvoll unterstützt. Dazu benutzen sie einer eher atonale Richtung. Zwar schaffen sie mit "Hand Covers Bruise" ein minimalistisch, schönes Hauptthema, aber insgesamt bleiben lassen sich die Komponisten eher vom Film leiten.
Die Musik an sich ist wirklich schwer zu beschreiben. Man könnte sagen, sie sei einfach und einfallslos, aber dennoch ist der Soundtrack so effektiv und erschafft eine tolle Atmosphäre!
Auch ist es schwer einzelne Highlights heraus zu picken. Das Album eignet sich dazu, es ganz zu hören, denn es lebt von einem eigenen Hörfluss. Kennt man den Film dazu, so funktioniert die Musik nochmal ganz anders. Ich möchte nicht sagen besser, aber man kann sich eher auf den Score einlassen.
Trotzdem versuche ich ein paar Höhepunkte zu nennen: Da wäre natürlich das Thema, was sehr einfühlsam klingt und fast schon eine tragische Seite von Mark Zuckerberg zeigt. Dann wäre da die elektronische Umsetzung des bekannten "In The Hall Of The Mountain King" oder auch Stücke, wie "In Motion", die schon fast als Techno durchgehen und doch viel mehr bieten.
"The Social Network" ist zudem keine unnötige Songcompilation, wie man es vielleicht zunächst erwarten dürfte. Eine Stunde lang bekommen wir so ziemlich Alles geboten, was im Film zu hören war.
Die Oscarnominierung und der vielleicht sichere Oscar sind auch für mich etwas zu viel, denn besonders Powells "How To Train Your Dragon" bietet viel mehr Potenzial für den besten Score 2010! Aber Vergleiche zu anderen Soundtracks mag ich eigentlich nicht, denn das hat ja auch Nichts mit der Qualität dieser Musik zu tun. Und die Qualität von "The Social Network" ist fabelhaft, ein eindringlicher, eigenartiger aber auch fasziniernder Score zu einem anspruchvollen und spannenden Film!