Aus der Amazon.de-Redaktion
Dieser Titel ist in englischer Sprache. Als Ernest Hemingway 1932 von einer Safari durch Kenia zurückkehrte, hatte er neben Büffelhäuten und Rhinozeroshörnern auch Stoff für neue Erzählungen im Gepäck, die alsbald als literarische Trophäen seine Sammlung erweitern sollten. Bis heute erscheint
Die grünen Hügel Afrikas wie ein fast schon perverses Loblied auf den blutrünstigen Nervenkitzel der Großwildjagd, in dessen Verlauf der Autor selbst eine Kerbe nach der anderen in seinen Gewehrlauf ritzt und erklärt, daß er keinerlei Probleme mit dem Töten habe. Vier Jahre später griff Hemingway erneut auf jene Eindrücke zurück, die er in Afrika gesammelt hatte, und verarbeitete sie zu zwei meisterhaften Erzählungen, die gemeinsam mit acht weiteren Kurzgeschichten unter dem Namen
Snows on Kilimanjaro erschienen sind. Die Titelgeschichte handelt von Verfall und Sterblichkeit, zwei Themen, die den 37jährigen Autor bereits damals beschäftigten. Während der Protagonist von Wundbrand dahingerafft wird, wird er sich seiner eigenen Versagensängste als Schriftsteller bewußt: "Jetzt würde er niemals die Sachen schreiben, die er sich zum Schreiben aufgespart hatte, bis er wirklich genügend wußte, um sie gut zu schreiben. Dafür würde er aber auch nicht bei dem Versuch, sie zu schreiben, versagen. Vielleicht konnte man sie überhaupt nicht schreiben, und schob es deshalb auf und vertagte das Anfangen. Ja, das würde er nun auch niemals wissen."
Der Held dieser Kurzgeschichte, der kurz vor seinem Tod noch eine Vision vom Gipfel des Kilimandscharos hat, welcher ihm "so weit wie die ganze Welt, groß, hoch und unvorstellbar weiß in der Sonne" erscheint, zeichnet sich vor allem durch die stoische Gelassenheit aus, mit der er seine Situation akzeptiert. (Die Filmversion ist damit nicht zu vergleichen: Gregory Peck schafft es noch zurück ins Krankenhaus, verliert ein Bein und wird dadurch ein besserer Mensch.) Hemingways anderem großen, weißen Jäger in The Short Happy Life of Francis Macomber ist dagegen ein weniger würdevoller Abgang beschert.
Diesmal heißt das Thema Feigheit, ein weiteres, typisches hemingwaysches Schreckgespenst. Der bedauernswerte Francis Macomber besitzt weder den Mumm, einem angeschossenen Löwen die Stirn zu bieten, geschweige denn seine ehebrecherische Frau im Bett zu befriedigen. Dennoch erringt er kurz vor seinem Tod einen letzter Triumph, erbringt einen unwiderlegbaren Beweis seines Muts, welcher den ironischen Beigeschmack des Titels zumindest ein klein wenig abzumildern vermag. Kein Wunder, daß diese beiden Kurzgeschichten im Kanon hemingwayscher Werke sozusagen zum höchsten Kaliber gehören. --Bob Brandeis
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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Returning from a Kenyan safari in 1932, Ernest Hemingway quickly devised a literary trophy to add to his stash of buffalo hides and rhino horns. To this day,
Green Hills of Africa seems an almost perverse paean to the thrills of bloodshed, in which the author cuts one notch after another in his gun barrel and declares, "I did not mind killing anything." Four years later, however, Hemingway came up with a more accomplished spin on his African experiences--a pair of them, in fact, which he collected with eight other tales in
The Snows of Kilimanjaro. The title story is a meditation on corruption and mortality, two subjects that were already beginning to preoccupy the 37-year-old author. As the protagonist perishes of gangrene out in the bush, he recognizes his own failure of nerve as a writer:
Now he would never write the things that he had saved to write until he knew enough to write them well. Well, he would not have to fail at trying to write them either. Maybe you could never write them, and that was why you put them off and delayed the starting. Well he would never know, now.
In the story, at least, the hero gets some points for stoic acceptance, as well as an epiphanic vision of Kilimanjaro's summit, "wide as all the world, great, high, and unbelievably white in the sun." (The movie version is another matter: Gregory Peck makes it back to the hospital, loses a leg, and is a better person for it.) But Hemingway's
other great white hunter, in "The Short Happy Life of Francis Macomber," is granted a less dignified exit. This time the issue is cowardice, another of Papa's bugaboos: poor Francis is too wimpy to face down a wounded lion, let alone satisfy his treacherous wife in bed. Yet he does manage a last-minute triumph before dying--an absolute assertion of courage--which makes the title a hair less ironic than it initially seems. No wonder these are two of the highest-caliber (so to speak) tales in the Hemingway canon.
--Bob Brandeis
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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