Auf die Nüsse gibt's dieses Mal aus der norwegischen Hauptstadt Oslo. Und das nicht zu knapp. Insense wissen, wo der Hammer hängt und nutzen diesen auf ihrem mittlerweile fünften Release auch nur zu gerne. "The Silent Epidemic" wurde aufgenommen bei Frontmann Tommy Hjelm und im Anschluss zwecks Mix an Herrn Daniel Bergstrand weitergeschickt, dessen Arbeit man ja bereits bei Bands wie In Flames und Meshuggah lieben gelernt hat. Wer sich über den Titel der CD wundert, darf im übrigen unbesorgt sein - Leise ist der zehn Tracks umfassende Silberteller keineswegs.
Nach einem gemächlichen Aufgang mit tiefem, übersichtlichem Metalriff zeigt bereits das eröffnende 'Welcome Whore' wie man die Keule ordentlich niederkrachen lässt und entpuppt sich als wütender Midtempogroover irgendwo zwischen SYL und Neurosis. Insense arbeiten viel mit wuchtigen Metalversatzstücken, zeigen sich aber auch talentiert beim Schreiben spannungserzeugender Pickings, was sich bei 'Deeper Nail', das insgesamt progressiver und gleichzeitig auch etwas rotziger als noch der Opener ist, bestätigt. Tommy Hjelm erininert phasenweise an Phil Anselmo und zu meinem Erstaunen gibt es sogar cleane Gesänge, die aber bei weitem nicht mit der Klasse der fiesen Parts mithalten können. Der Song legt zudem auch die Moshtauglichkeit der Band offen, was im sehr Hardcore-lastigen 'The Erosion Of Oslo' noch verstärkt wird. Ihre poppigen Interessen nehmen die Norweger in Teilen auch nochmal bei 'Yearning' wahr, walzen gleichzeitig aber auch so einige Membrane nieder. Eine saftige Portion Pantera Feeling gibt es beim fünften Track 'Skinned Of Pride', der richtig schmutzig die Matte in Bewegung bringt. 'The Worst Is Yet To Come' ist eine der ungestümsten Nummern. Hier wird ordentlich gebolzt und auch vor Blastbeats schreckt die Truppe nicht zurück. Mit ebensolchen startet man auch '175.000', bevor doomige Riffs sich mit fiesen Thrashparts abwechseln und gemeinsam den Weltuntergang einläuten. ' A Silent Epidemic' selbst bietet dann zu Beginn eine kleine Verschnaufpause, die an der Stelle auch dringend erforderlich ist. Die Band arbeitet sich gleichmäßig nach vorne und so entwickelt sich das Stück von einer Doomnummer zu einem Speedmetalkiller mit schwarzem Flair. 'The Pendulum Knife' arbeitet mit klassischen Achtziger-Gallup-Riffs und gibt sich so als feiner Mitwipper. Den Schluss stellt 'Time Wounds All Heals', das mit gefühlvollem cleanen Picking zu Beginn nach kurzer Zeit aber wieder die Metalaxt in die Hand nimmt und mit viel Progressivität und Melodie einen feinen Abschluss für eine gelungene Scheibe bildet. Freunde von Strapping Young Lad, Pantera, Neurosis und Achtzigerthrash werden ihren Spaß mit 'The Silent Epidemic' haben.