Das Erste, was einem an Simon Usatys schnörkellosen Folksongs auffällt, ist die Ähnlichkeit zu Bright Eyes - insbesondere beim Opener "Softer Waves": Eine einfache Melodie, klassische Folkinstrumentierung, die eindringlich-zitterige Stimme. Aber die Band mit dem Max-Weber-Zitat als Namen ist definitiv kein müder Abklatsch, sondern erschließt sich die Folktraditionen auf eigene Weise. Hört man sich durch die zwölf Songs von "The Jar and Shock", ist dort einiges zu entdecken: Usatys vetracktes Vokabular (das Englischwörterbuch lag stets parat); Stücke nur zu Slide- oder Akustikgitarre; sein Gesang, der zwischen Brüchigkeit und Stärke pendelt. Die Songs schrieb er alle selbst, und den ersten Teil des Albums hat der in Wien lebende Songwriter auch im Alleingang eingespielt. Der Rest wurde erstmals mit seiner Band, bestehend aus Bass, Keyboards, E-Gitarre und Schlagzeug, aufgenommen. Das Ergebnis: ein Sonntagsalbum zum Ausklinken aus dem Alltag. Eben die Sorte Musik, um seine Protestant Work Ethic einfach mal hintan zu stellen. (kat)