Jerry Lewis ist eine andere Generation Schauspieler. Sonst hätte er die Rolle von Paul Rudd in diesem Film vielleicht doppelt so spleenig und tollpatschig gespielt. So ist eine Slapstick- Komödie daran verloren gegangen. Der schüchterne Adam, der die Aufsicht über ein Kunstmuseum führt, steht vor einer brenzligen Situation, als die autonome Kunststudentin Evelyn (Rachel Weisz) das Museum betritt und einen Farbanschlag verüben will. (((Der Anschlag gilt nicht der klassischen Skulptur, vor der sie sich aufgebaut hat, sondern einem Feigenblatt aus Gips, dass die Kulturbehörde daran angebracht hat, damit sie harmloser aussieht. Evelyn will das Feigenblatt mit Farbe beschmieren, damit das authentische Kunstwerk, auf das sie als Kunststudentin ein Recht zu haben meint, von der Zivilisation (die nach Evelyns Meinung eine heteronome Gleichgültigkeit erzeugt) unterschieden werden kann.-))) Wie die Songs von Elvis Costello verraten, "Love Field" und "It's A Doll Revolution" in den Credits, "Lover's Walk" aus Evelyns Kopfhörer (den sie plötzlich absetzt und zur Tat schreitet), ist die Liebe nicht immer eine Himmelsmacht. Der schüchterne Adam rätselt nicht lange daran herum, was in Evelyns Kopf vor sich geht. Zwei Dinge sind ihm wichtiger: sein Job - und ein Date mit ihr. Als Evelyn ihm mit der Spraydose bewaffnet ihre Telefonnummer in die Jacke spritzt, ihn mit den Worten. "Jetzt hast du sie immer bei dir!" auf die Probe stellend, hat sich der Liebestrottel von Dienst schon in sie verliebt. Jetzt ist er Evelyns Objekt. Er hat ein neues Gesicht und sieht sich vor gänzlich neue und bisher unbekannte Lebenssituationen gestellt. Witzig, wie Gretchen Mol ihn auf dem Campus plötzlich für sich entdeckt und ihr eifersüchtiger Freund Phil (Fred Weller) ihm dafür wenig später einen Nasenstüber verpasst. Jetzt ist er im Rennen. Neil LaBute hat diesen Stoff erst fürs Theater, dann für die große Leinwand bearbeitet. Kein Wunder, dass eine Art Kammerspiel daraus geworden ist, mit starker Besetzung. Die Hollywood- Stars Rachel Weisz, Gretchen Mol und Paul Rudd dürften am Budget ganz schön genagt haben. Die Dialoge sind manchmal windig, vor einer Kulisse, die mit der Stille im Museum nie ernsthaft bricht, ohne Autos, lange Warteschlangen und kafkaeske Durchsagen. Da ballert nur Elvis Costello mit seinen Rhythmen und seiner quierligen Songlyrik dazwischen.