"Replicators began not merely to exist, but to construct for themselves containers, vehicles for their continued existence. The replicarors that survived were the ones that built survival machines for themselves to live in" (19).
Dawkins These ist also, dass die Replikatoren, sprich die Gene, Maschinen für ihr eigenes Überleben konstruiert haben. Maschinen wie einfache Zellen, Pflanzen, Tiere und den Menschen.
In klarer Sprache für ein Laienpublikum geschrieben und dennoch auf einem intellektuell atemberaubenden Niveau, beantwortet der Oxfordprofessor die Fragen, die uns alle umtreibt: Woher kommen wir? Was ist der Sinn des Lebens?
Als einer der leidenschaftlichsten Kämpfer für die Evolutionslehre analysiert und bewertet Richard Dawkins die überwältigende Menge an Indizien und Beweisen, die belegen, dass wir das nicht-zielgerichtete Produkt eines auf natürlicher Auslese beruhenden Prozesses sind. Das wiederum bedeutet aber eben nicht, dass der Mensch ein rein zufälliges Produkt ist. Natürliche Selektion hat nichts mit Zufall zu tun. Sie bevorzugt die Eigenschaften, die sich in der Praxis bewährt haben, das Überleben eines Organismuses zu sichern. Nichts könnte weniger mit Zufall zu tun. Es gibt auch zufällige Veränderungen des Genmaterials, die sogenannten Mutationen, die, wenn sie sich als tauglich erweisen, von der natürlichen Selektion bevorzugt werden. Es ist jedoch absolut notwendig, diese beiden Mechansimen, natürliche Selektion und Zufallsmutationen, auseinanderzuhalten. In seinem Buch
The Blind Watchmaker formuliert Dawkins folgenderweise: "Natural selection, the blind, unconscious, automatic process which Darwin discovered, and which we now know is the explanation for the existence and apparently purposeful form of all life, has no purpose in mind" (5).
Dass "The Selfish Gene" mittlerweile zu einem absoluten Klassiker geworden ist, liegt an dem von Dawkins eingeführten Begriffs des "meme". Ein meme ist "a unit of cultural transmission, or a unit of imitation" (192). Ein meme ist also das geistige Gegenstück zu einem Gen und enthält nicht das biologische sondern das kulturelle Erbgut des Menschen. Ein meme kann alles sein: Kleidung, Essen, Frisuren, Musik, Fernsehen, Kino, Tänze usw.
Als besonders hartnäckiges und gefährliches meme hat sich, so Dawkins, die Religion erwiesen. Mit Mitteln der Wissenschaft kämpft er gegen den Wahrheitsanspruch der Religionen, welche diesen mit nichts anderen als uralten Mythen für sich in Anspruch nehmen und sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass sämtlich in der Bibel aufgeführten Erklärungsmodelle bereits einwandfrei widerlegt worden sind: "God exists, if only in form of a meme with high survival value, or infective power, in the environment provided by human culture" (193).
Fazit: "The Selfish Gene" ist ein Klassiker! Richard Dawkins gibt den Menschen eine Stimme, die fassungslos mit ansehen müssen, wie der religiöse Fundamentalismus in Amerika und zunehmend auch in Deutschland die Errungenschaften der Wissenschaft und der Aufklärung bekämpft. Aber mit intellektuellen Vorreitern wie Dawkins braucht keiner die anstehenden Debatten zu fürchten.