The Secret Agent von Joseph Conrad ist kein einfaches Buch. Es kostet etwas Aufmerksamkeit um vollends verstanden zu werden. Wer sich jedoch auf die Geschichte einlässt wird belohnt werden.
Mr. Verloc ist ein Geheimagent und Mitglied einer Anarchistengruppe. Sein jüngster Auftrag ist das Attentat auf das Observatorium in Greenwich. Gleichzeitig führt Verloc aber auch eine bürgerliche Existenz; als Besitzer eines Ladens, mit einer schönen, jungen Frau, Winnie. Diese kümmert sich nicht nur um das Geschäft und den Haushalt ihres Mannes, sondern auch um ihre alte Mutter und den minderbemittelten aber herzensguten Bruder Stevie. Verlocs Anschlag auf das Observatorium scheitert und führt zu einer Katastrophe die vor allem seine Familie betrifft.
Joseph Conrad gelingt ein anspruchsvoller und wunderbar geschriebener Roman, der in seinen Bann zieht. Sowohl London als auch die Charaktere (vor allem Stevie) sind wunderbar gezeichnet und überzeugen. Auch die Geschichte, die auf einem wahren Hintergrund basiert ist spannend und fesselnd. Stellenweise zieht sich die Erzählung zwar etwas, doch dafür ist das Ende wirklich sehr gelungen und entschädigt für eventuelle Längen.
Wer einen spannenden, modernen Thriller erwartet, sollte eher zu etwas anderem greifen, denn The Secret Agent baut die Spannung eher auf subtile Art und Weise auf, als durch actionreiche Szenen. Alle die Freude an schöner, anspruchsvoller Sprache und einem Plot der Mitdenken erfordert haben, kommen mit diesem Buch auf ihre Kosten. Ich würde besonders das englische Original empfehlen, auch wenn es keinesfalls etwas für Sprachanfänger ist.