Es ist selten, dass ich Filme von A-Z als schlecht erachte, denn dann müssten die Macher alles falsch gemacht haben. "Scorpion King - Aufstieg eines Kriegers" ist so ein Prachtexemplar!
DIE HANDLUNG:
Ja, die Handlung. Sie ist das, was an diesem Action-Fantasystreifen noch am erträglichsten ist. Es geht um Rache, Verrat und ein wenig Liebe, nett verpackt und eigentlich völlig ausreichend. Aber weit gefehlt.
DIE SCHAUSPIELER:
Michael Copon (als Scorpionkrieger Mathayus) hätte noch einmal einen Schnellkurs in der Schauspielschule (anstatt die Muckibude) besuchen sollen, bevor er die Zuschauer mit merkwürdigen "Ich-guck-mal-ganz-böse-Blicken" (die bei mir ein herzhaftes Lachen hervorgerufen haben), wahlweise einem durchgehend dumpfen, ewig gleichen Gesichtsausdruck malträtiert. Er spielt einfach, nichtssagend, unsäglich. Dazu Karen David als ach so coole Kampfamazone, schlecht synchronisiert, in ihrem ganzen Gebaren einfach nur nervtötend, nicht mehr als hübsches Beiwerk.
DIE ACTION/DIE EFFEKTE:
Wenigstens die Action ist vielleicht vernünftig? Naja, grundsätzlich sind die Kampfszenen nett anzusehen. Aber was sollen bitte schön diese dämlichen, deplatzierten Slow-Motion-Einspielungen, wenn ein Mathayus mit halblangen, aber dünnen Schwarzhaar sich fluffig mit Schwert um die eigene Achse dreht, um........ja um nichts zu machen. Man erwartet unmittelbar Funken, Blut, irgendein Actiongoodie, einen Knalleffekt. Aber nein, schnell mal die Slow-Motion bemüht, damit man Qualität vorgaukelt, um kopfschüttelnd vorm Fernseher zurückzubleiben. Als wenn die Matrix-Macher sich nach einem feucht-fröhlichen Betriebsausflug noch mal schnell ans Filmschneidebrett und den PC gesetzt hätten, um alle zu veräppeln.
Ja, und die Effekte: ach herrje, was sollte das denn? Der Minotaurus sieht aus, als hätte man einem 2 Meter großem Statisten einen Pappmasché-Kopf raufgesetzt. Der Kampf Mathayus' gegen diese Jahrmarktsfigur wirkt schon geradezu grotesk und unfreiwillig komisch. Dazu die waldige Unterwelt: ein paar Papp-und Holzbäume hingestellt und die Behausung der Unterweltskönigin Astarte (was für grausige Interaktionsszenen zwischen ihr und Twen-Krieger Copon !) schnell zurecht geschustert......unterirdisch, im wahrsten Sinne des Wortes. Und es ließen sich noch einige weitere Beispiele anführen, doch darauf verzichte ich gerne.
Fazit: Der Film macht alles richtig.......wenn man auf niveau-und belanglosen, dilettantischen, schauspielerisch amateurhaften und handwerklich einfach schlecht gemachten Abenteuer-Fantasy-Schrott steht. Der Film ist nicht mal ansatzweise unterhaltend, einfach nur lächerlich und aufgrund seiner starken Defizite schon fast unfreiwillig komisch. Finger weg!