"Science of Discworld" von Pratchett und Co. heißt, dass die Wissenschaft der "Roundworld" alias unserer Erde einmal anders betrachtet wird, nämlich als Sonderfall einer Scheibenwelt: ohne Magie, Götter und, was doch sonst noch eigentlich dazugehören müsste. Die wissenschaftlichen Koautoren geben den Stand der Forschung, Pratchetts Humor macht es verdaulich und bietet einleuchtenden Witz durch Verfremdungseffekt. Der
erste Science-of-Discworld-Band gefiel mir schon (siehe dort).
Hier nun, da es engagiert um Darwins Evolutionslehre (und einiges mehr wie Stringtheorie, freien Willen etc. geht), haben sich die Zutaten weiter verschoben. Hatte Vielschreiber Terry keine Zeit, sich wirklich zu kümmern? Es wirkt fast, als ob auch einige Pratchett-Teile eher zusammengetragen als von ihm durchgehend selbst geschrieben wären. Sie treiben auch das Buch nicht wirklich voran. Wenn ich aber ein Wissenschaftsbuch will, dann gibt es bereits diverse andere, auch sarkastisch-polemische Bücher etwa von
Richard Dawkins. Ich wollte, als ich "Darwin's Watch" am Bahnhof kaufte, schon etwas Anspruchsvolles _und Pratchettig-Unterhaltendes zugleich für die Fahrt. Kleinigkeit nebenbei, da die Autoren sich über in Biologie Dilettierende so schön aufregen: Der allerletzte Satz des Buchs (S. 334) will das Darwinsche Familienmotto übersetzen (Cave et aude). Das heißt allerdings nicht "Beachte und höre" (das wäre: et audi), sondern Beachte und wage - etwas, was Darwin ja auch einlöste ... auch dank der Verbündeten aus der Scheibenwelt.
Es fällt insgesamt also für mich im Vergleich zu sonstigen Pratchetts ab. Empfohlen gleichwohl - mit diesen Einschränkungen - als eine Einführung zu Evolution & Co. mit sehr wenigen Pratchett-Streuseln darauf. Drei oder vier Sterne.