Nachdem Falconers erste beiden Alben "Falconer" und "Chapter From A Vale Forlorn" gut in der Metalszene aufgenommen wurden, entwickelte sich aus dem drei Mann Projekt des ehemaligen Mythotin Chefs Stefan Weinerhall eine richtige Band. Neben Stefan und dem ebenfalls früher bei Mythotin trommelnden Karsten Larrson, war noch Musicalsänger Matthias Blad in der Band. Nach dem zweiten Album mit zwei Sessionmusikern ging es auf Festivalauftritte. Songwriter Weinerhall kreierte mit seinen Songs eine starke Mischung aus hymnischem, skandinavischem Metal und leichten Folkloreelementen. Aufgrund der Verpflichtungen von Blad im Musicalbereich trennte sich die Band in gegenseitigem Einverständnis von dem Weltklassesänger, der auf der Bühne sehr steif und "unmetallisch" agieren soll und fand mit Kristoffer Göbel einen Nachfolger.
Jetzt ist mit "The Sceptre Of Deception" das dritte Album von Falconer erschienen und bietet musikalisch die typische Falconer Kost, ohne nennenswerte Folkloreelemente. Textlich gibt es eine um 1290 spielende Konzeptstory um das dänische Königshaus und eine Menge Intrigen und Kämpfe. Definitiv kein Stoff den man direkt schnallt. Es dominieren die tollen Melodien von Stefan Weinerhall und die Stimme von Kristoffer Göbel, die seinem Vorgänger nicht unähnlich ist, ihm aber (noch?) nicht ganz das Wasser reichen kann. Auf jeden Fall ist der Mann eine gute Wahl gewesen!
Musikalisch kann man sagen, dass Falconer auf Nummer Sicher gegangen sind, aber durchaus Qualität abgeliefert haben. Bei einem Sängerwechsel ist das auch verständlich, wenn man dem Hörer Gewohntes bietet. Man zelebriert die bekannte Mischung aus Uptemposongs und Midtempostampfern. Diese Hymnen werden einmal von einer zarten Ballade namens "Hear Me Pray" unterbrochen.
Das Besondere an Falconer war von jeher der große Wiedererkennungswert. Die Band klingt absolut eigenständig in einer Zeit, wo Originalität so selten ist wie ein Lottogewinn. Fans werden also nicht enttäuscht, doch für das nächste Album erwarte ich mal was anderes, da die benutzte Erfolgsformel sich mit den Alben doch etwas abnutzt.