The Salmon of Doubt, so hieß der Roman, an dem Douglas Adams als letztes arbeitete. Leider wird dieser nie vollendet werden. In diesem Buch finden sich 80 Seiten, zusammengesetzt aus den Versionen, die sich auf der Festplatte seines Computers befanden.
Jedoch ist es nicht richtig, dass das Buch hauptsächlich aus Texten besteht, die auf seinem Mac gefunden wurden (über 2.500 Text-Dateien). Vielmehr enthält es Interviews und Artikel, die Adams für Magazinen geschrieben hat - stets mit Angaben, wo und wann sie veröffentlicht wurden. Bei einigen wenigen (immer sehr kurzen) Texten fehlt diese Angabe - vermutlich stammen diese direkt von seiner Festplatte.
Die Artikel sind so ausgewählt, dass sie eine Art Biografie von Douglas Adams ergeben. Sie zeigen sein Engagement für bedrohte Tierarten, seine Liebe zu moderner Technologie und vor allem, seine Einstellung zu Computer und Medien.
Enttäuschend ist, dass nur sehr wenige Texte seinen genialen Humor widerspiegeln. Die meisten sind ernst gehalten.
Das Buch beginnt mit einer kurzen, aber sehr guten Biografie (von Nicholas Wroe).
Highlights bilden ein Leserbrief von Douglas Adams an ein Magazin, als er 12 war, ein Artikel über die Schwierigkeiten die er als Schüler mit seinen Hosen hatte, weil er so groß war, oder einfach über den Buchstaben Y. Auch die Geschichte „Cookie", über einen Kaffe, eine Zeitung und eine Packung Kekse zählt zu meinen Favoriten. Doch diese Geschichte findet sich fast 1:1 in „So long, and thanks for all the fish" (So weit, und danke für den Fisch).
Als richtige Geschichten gibt es „The Private Life of Ghengis Khan", „Young Zaphod plays it safe" (auch im Anhalter „Sammelband" enthalten) und die „ersten 80 Seiten" von „The Salmon of Doubt". Doch letzteres ist wiederum mit Vorsicht zu genießen. Man merkt, dass diese Seiten aus verschiedenen Versionen zusammengestückelt ist. Zwei Kapitel haben eine ganz andere Erzählperspektive. Vieles wirkt unfertig. Die ersten 7 Kapitel sind noch recht gut, aber die letzten 4, na ja.
So würde ich das Buch nur den richtigen Douglas Adams Fans empfehlen, die mit seinen letzten Texten ihre Sammlung vervollständigen und mehr über die mehr über Douglas Adams erfahren möchten. Als Biografie würde ich jedoch „Don't Panic" von Neil Gaiman empfehlen, in der die besten Episoden - wie die mit seinen Hosen in der Schule - ebenfalls behandelt werden. In „The Salmon of Doubt" gibt es zwar aktuellere Beiträge, doch in „Don't Panic" ist das Material (natürlich) besser, nein, genial aufgearbeitet und hervorragend geschrieben (Man erkennt sogar Adams' Humor darin wider!). Und letzten Endes ist es auch wesentlich umfassender.
Wer hofft, in „The Salmon of Doubt" noch einmal in den Genuss Douglas Adams einzigartigen Humor zu gelangen, der wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Es gibt zwar auch solche Beiträge, doch diese stehen nicht im Vordergrund. Der Schwerpunkt wurde auf die Artikel gelegt, die den Charakter von Douglas Adams zeigen. Zwar auch ein interessanter Ansatz. Doch meine Erwartungen an das Buch wurden enttäuscht.