Die Band 'The Magic Numbers', die aus den Geschwisterpaaren Romeo und Michele Stodart sowie Angela und Sean Gannon besteht und optisch ein bißchen wie die weitläufige Verwandtschaft der 'Kelly Family' anmutet, konnte bereits im Jahre 2005 mit dem Titel 'Forever Lost' einen annehmbaren Achtungserfolg landen. Nun legen sie mit 'The Runaway' ein Album vor, das den geneigten Hörer direkt in die späten Sechziger und frühen Siebziger katapultiert - also in die Zeit des 'Endless Summer'. Hierbei klingen sie herrlich retro, erinnern an die frühen 'Fleetwood Mac', streuen Harmoniegesang im Stile der 'Mamas and Papas' ein und schrammeln hierbei mit ihren Gitarren, als wären Psychedelic, Folk und Soul schon immer Hand in Hand gegangen. Bereits der Opener 'The Pulse' überzeugt hierbei auf der ganzen Linie und ruft alles ab, was die kommenden Songs sodann konsequent verinnerlichen: Tolle Kompositionen, die perfekt produziert beim ersten Hören noch nicht so richtig ihre Größe entfalten, aber spätestens nach dem dritten Durchgang nie wieder aus dem Gehörgang wollen. Das ist durch großzügig eingesetzte Streicher und Synthieteppiche hin und wieder zwar hart am Kitsch, aber doch immer noch so wohldosiert, dass es nicht abrutscht - da haben Produzent Valgeir Sigurðsson , der schon für Björk tätig war und Mixer Ben Hillier (Blur, Elbow, Depeche Mode) wahrlich Fingerspitzengefühl bewiesen.
Anspieltipps: 'Once I Had' (Seventiespop at it's best), 'Why Did You Call Tonight' (mit einem Touch Jazzpop und tollem Bass), 'The Song That No One Knows '(Style Council lassen grüßen) sowie das bereits erwähnte 'The Pulse'.
Übrigens - die Band kommt aus London und nicht aus Kalifornien, was man angesichts dieses Werks kaum glauben mag.