Ein Songtitel auf dieser CD heißt SINGING JOY TO THE WORLD und damit ist eigentlich alles gesagt. Mit bemerkenswerter, glockenheller Stimme, die man freilich mögen muss, singt Frontmann Eric D. Johnson völlig cool und unaufgeregt Lieder über ungewöhnliche Freunde, TO MUCH LOVE und das schöne Morgenlicht, und wow, denkst du, der hat den Überblick...dieser Mann scheint mit sich völlig im Reinen zu sein. Nichts Depressives haftet dieser Musik an, akustische Gitarren machen Rhythmus, E-Gitarren spielen perlende Solis, sodass man als Referenzen durchaus Greatful Dead, und Crosby, Stills, Nash & Young anführen könnte. Wir hören Country Folk Rock mit bestechender Stilsicherheit, die sich Eric Johnson wohl aufgrund seiner Mitwirkung bei den experimentellen Rockarchäologen Califone als Ausgleich leisten kann. Mit der rockigen Erdenschwere von Tom Pettys LEARNING TO FLY haben die fünf Fledermäuse nichts zu tun. Ganz selbstverständlich und souverän schwingen sie sich im Midtempo durch den romantischen Vollmondhimmel. Radiotauglich ist das ganze mit Ausnahme des Titelstücks dennoch nicht. Denn sehr bewusst wurden Melodien und Spielfreude nicht einem vordergründigem Rhythmus und eingängigen Refrains geopfert. Dafür gibt es Genuss beim Hinhören. Ganz subjektive vier Sterne, zumal ich keinen schwachen Song ausmachen konnte