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am 29. April 2007
Der 31jährige Journalist Paul Kemp aus New York hat zehn Jahre im Ausland verbracht. Nun nimmt er einen Job bei dem Käseblatt "Daily News" in San Juan/Puerto Rico an. Für die Zeitung arbeiten nur völlig unfähige Reporter oder Typen, die irgendwie in diesem Ort hängengeblieben sind. Die ersten drei Monate wohnt Paul im Hotel und vertreibt sich die Freizeit mit ein paar Jungs von der News auf Parties und in Bars. Neben etwas Sex gibt es vor allem ganz viel Rum und Paul wird wie die anderen immer mehr zum Säufer. Neben der Einöde San Juan's stört ihn sonst aber nur der cholerische Zeitungsboss Sanderson und die Zeitung selber, die immer wieder kurz vor dem Ruin steht.

Nach einem Streit mit einem Wirt prellen die Jungs von der Zeitung die Zeche, werden von der Polizei verfolgt und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Sie kommen auf Kaution frei, aber als Paul sein Foto im Konkurrenzblatt sieht, fürchtet er um sein Leben. Er wird depressiv, reißt sich aber zusammen, nimmt sich ein kleines Appartment und kauft sich ein Auto. Er bekommt das Angebot für einen reichen Typen Reiseartikel zu schreiben und fliegt zusammen mit dem bei der News gefeuerten Yeamon und dessen vergnügenssüchtiger Freundin Chernau auf die Insel St. Thomas. Dort erleben die drei ein besinnungsloses Karneval-Wochenende mit ekstatischem Tanz, Alkoholexzessen und einer folgenschweren Schlägerei.

The Rum Diary war Hunter S. Thompsons serster Roman und wurde erst im Jahre 1998 gedruckt. Auf deutsch erschien der Roman zunächst bei dem kleinen, aber feinen Blumenbar-Verlag als Hardcover, dessen Verleger Wolfgang Farkas für diese famose und überaus rhythmische Übersetzung verantwortlich zeichnet. Dann hat Heyne, offensichtlich durch gute Rezensionen aufmerksam geworden, die Rechte gekauft und das Buch in vorliegender Paperbackversion herausgebracht.

Das Buch wird von Anfang bis Ende von der grandiosen Erzählstimme des Ich-Erzählers Paul getragen. Ich fühlte mich sofort an die Erzähler der große Mafia-Filme wie "Der Pate" oder "Good Fellas" erinnert, die aber jüngeren Datums sind. Die Handlung ist dabei gar nicht mal so spannend, doch Thompson's Erzählstil lässt ein unglaublich lebendiges Bild Puerto Ricos in den späten 50er Jahren entstehen. Hin und wieder erkennt man den einen oder anderen Ansatz, aus dem Thompson später "Fear and Loathing in Las Vegas" gemacht hat, den wohl größten Drogenroman aller Zeiten. "The Rum Diary" ist für mich vor allem die Geschichte eines Ortes, der eigentlich nur die Sehnsucht nach anderen Plätzen weckt, sowie die Frage nach dem Sesshaftwerden und dem richtigen Alter dafür. Dass Hunter S. Thompson sich 2005 umbrachte, war irgendwo konsequent, wenn man sein Werk betrachtet, aber literarisch ist es jammerschade, denn man kann sich kaum einen besseren Erzähler vorstellen.
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am 9. Dezember 2004
Einzigartig in Hunter S. Thompsons Werk The Rum Diary, welches nun erstmals auch in deutscher Übersetzung vorliegt, ist die Stimmung der Charaktere in der karibischen Kulisse San Juans. Gequält von Zukunftsgedanken begleitet man Paul Kemp, einen 32 jährigen Journalisten, durch einen unglaublichen Trip durch die Tiefen des karibischen Zeitungswesens im Jahr 1959. Dabei trifft Kemp auf zwielichtige Charaktere aller Art, welche er in der Redaktion, aber auch durch Redaktionskollegen kennenlernt. Die Mischung aus Zukunftssorgen, karibischer Kulisse und Liebe sowie das Tempo, mit der die Geschichte vorrangetrieben wird, machen das Buch aüsserst lesenswert.
Auch wenn die Übersetzung noch an einigen Stellen mangelt(häufige Wortdoppelnennung), hat Hunter S. Thompsons Werk, gerade mit dem Hintergedanken seiner Entstehung vor über 40 Jahren und der damit verbundenen immer noch andauernden Aktualität der Rahmenbedingungen, 5 Sterne verdient.
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am 30. November 2004
Ich habe mir zwei Nächte um die Ohren gehauen und mit viel Vergnügen und Spannung das Rum Diary gelesen. Ich liebe einfach Bücher, die mich ständig dazu verleiten, mich dem Zigaretten- und Alkoholkonsum ihrer Protagonisten anzupassen und ich dem dann wenigstens ansatzweise widerstehen kann. Die tropische Hitze Puerto Ricos und die angespannte gesellschaftliche und politische Situation in der Karibik während der späten 50er und der Kontrast zur Lage auf dem amerikanischen Festland ließ sich glaubhaft nur im Zustand fast ununterbrochener Trunkenheit ertragen. Und man weiß nicht recht, was eher ein Anlass war, sich zu betäuben: die karibische Welt selbst oder die Differenz dazu in den USA. Hunter S.Thompson beschreibt dies aus der Sicht des amerikanischen Journalisten Paul Kemp, der - offenbar auf der Flucht vor sich selbst - in diese andere Welt hereingerät, der sich irgendwie mit den verschiedensten, zum Teil völlig durchgeknallten Freaks seiner Redaktion arrangieren muss, und der bei dieser Gelegenheit und fast beiläufg das findet, wonach er - ohne sich genau darüber bewusst gewesen zu sein - gesucht hat. Dass es dabei auch um so etwas wie Liebe zu einer schönen Frau geht, versteht sich von selbst.
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am 23. September 2005
Hab das Buch vorhin fertig gelesen und kann getrost sagen, dass es die investierte Zeit wert war. Regelmäßig fand ich mich selber in Puerto Rico, mit einigen Rum intus, bis mich jemand beim lesen störte. Das Buch lebt davon, dass man nie weiß ob einem der Ort sympatisch ist und man gern mit MR Kemp tauschen würde oder ob die Paranoia vor übergriffen doch zu groß ist. Regelmäßig übertrifft sich die Handlung immer wieder, um am Ende zu einem eigentlich zu erwartenden, jedoch überraschenden Ziel zu kommen. Warum nur 4 und nicht 5 Sterne? Weil es sich in der Mitte kurzzeitig ein bißchen gezogen hat. Trotzdem ein Spitzenbuch, dass ich guten Gewissens weiterempfehlen kann.
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am 18. Juli 2010
Der amerikanische Weltenbummler und Journalist Paul Kemp heuert Ende der 1950er bei einer maroden Zeitung auf Puerto Rico an. Scheint die Zeit inmitten der karibischen Hitze zu Beginn stillzustehen und es nur darum zu gehen, den nächsten Rum mit Eis aufzutreiben, verstärkt sich bei Kemp und seinen Kollegen zunehmend das Gefühl der Fremde und der Stagnation. Die unheilvollen Ereignisse häufen sich, während sich parallel dazu eine menage a troi andeutet...

Thompsons Frühwerk "Rum Diary" besitzt noch nicht die freakige Explosivität von "Fear and Loathing". Es ist ein "klassischer" amerikanischer Roman mit einem einfachen Aufbau ohne narrativen Schnickschack, exzellenten Dialogen und diesem typisch lässig-schnoddrigen und lakonischen Erzählstil, der mich unmittelbar an Chandlers Philip Marlowe Romane erinnerte, zumal auch hier der Protagonist das Geschehen, in das er hineingezogen wird, aus einer bebachtenden Distanz verfolgt.

Die ganz großen Stärken des Romans sind die völlig lebensecht gestalteten Charaktere, durch die die Lektüre zum reinen Lesekino wird, der dezente Spannungsanstieg und - als größter Trumpf - die schwitzig-lethargische Atmosphäre. Man hört förmlich die Ventilatoren schwirren, das Meer rauschen und die Eiswürfel klirren. Das macht den Roman zum idealen Wegbegleiter für die neudeutschen sommerlichen Hitzenächte.
Nicht zuletzt offenbart der Roman auch eine nachdenklich stimmende Dimension, wie es sich für ein großes Werk gehört; verbergen sich doch hinter der luftig-leicht erzählten Oberfläche jede Menge Melancholie Gefühle von Entfremdung und Identitätslosigkeit.

Tipp: unbedingt lesen bevor die Verfilmung mit Johnny Depp rauskommt, damit man das Buch noch ohne die typischen Filmassoziationen genießen kann!
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am 29. November 2006
Beim Sonnenuntergang auf einer Holzveranda sitzen, einen kühlen Rum genießen und das Karneval-Treiben unten auf der Straße ebenso beobachten wie die amerikanischen Touristen die um ihn herum sitzen, das ist ein Teil von The Rum Diary, der mir haften geblieben ist. Lebe den Tag wie er kommt, trinke den Rum wenn er gut und billig ist und schau Dir dein und das Leben der anderen in Ruhe an könnte das Motto lauten.

In The Rum Diary schwingt eine Atmosphäre mit, die mir nur von Hunter S. Thompson bekannt ist. Es ist kein Roman, kein journalistische Reisebeschreibung auch kein Tagebuch, es ist Thompsons unverwechselbarer Stil, unterwegs zu sein, sich treiben zu lassen und seine Umwelt dabei sehr genau zu beobachten, aber alles sehr stressfrei. The Rum Diary beinhaltet nicht die Exzesse wie bei Fear and Loathing in Las Vegas. Es ist mehr ein Rum-beseelter schwebender Zustand bei schönem Wetter, aber niemals unkritisch oberflächlich.
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am 11. Oktober 2011
'The Rum Diary' gehört meiner Meinung nach zur ganz großen Literatur und ist Thompsons bestes Werk, dicht gefolgt von 'Fear and Loathing in Las Vegas' und dem gerade in Deutschland neu erschienenen 'Der Fluch des Lono'.

Kurz zum Inhalt des Buches: Paul Kemp (eine Figur, die wie 'Raoul Duke' in 'Fear and Loathing in Las Vegas' autobiographische Züge trägt) will im Puerto Rico der 50er Jahre sein täglich Brot verdienen und und nimmt eine Stelle als Redakteur für das hiesige Blatt 'The Daily News' an. Wie alle Werke von Thompson sind dabei natürlich viele skurrile Charaktere und Alkohol en mass mit im Spiel.

'The Rum Diary' als erster Roman von Thompson war lange verschollen und wurde erst Ende des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Ein Glücksfall, denn das erfrischende Karibikszenario sowie Thompsons unverwechselbarer kritischer, ins Schwarze treffende Schreibstil sowie seine bzw. Kemps eindrucksvolle Beobachtungsgabe vermischen sich zu einem amüsanten, durchgeknallten Trip, der mit 260 Seiten leider schon viel zu schnell vorbei ist.

Abschließend noch ein großes Lob an den Verlag 'Blumenbar': 'The Rum Diary' ist bei dem kleinen Verlag im Jahr 2010 erschienen, wobei sich dieser viel Mühe bei der Aufmachung des Buches gegeben hat: schönes Hardcover, dickes, wertiges Papier sowie Thompsons Briefwechsel und ein emotionales Nachwort von Johnny Depp schlagen die billige Heyne-Ausgabe um Längen, ein echter Geheimtipp, weiter so !
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am 22. September 2012
Ein grandioser Fabulierer, dieser Thompson. Sein Schreibstil herausragend, seine Figuren warm und lebendig, die Schauplätze exotisch und detailliert. Eine melancholische Geschichte junger, abenteuerlustiger Menschen ohne Perspektive, schwül und schwer, wie die karibischen Nächte. Wären die Schauplätze nicht so idyllisch, würde man sich in Großstadtgettos versetzt fühlen.
Zu schade, nicht mehr von diesem Schriftsteller lesen zu können.
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am 11. Juni 2009
Ich hatte dieses kleine Büchlein, nicht mal 170 Seiten denk ich, in der rasenden Geschwindigkeit von wenigen Stunden durchgelesen und hätte am Ende fast geweint, weil ich damit fertig war. Aber zumindest wusste ich nach dem Lesen, was in meinem Leben noch fehlte. Und zwar ein Urlaub auf Puerto Rico, in dem ich, am besten immer sturzbetrunken, für zwei Wochen am Strand liege. Nicht, dass ich damit sagen will in diesem Buch ginge es grundsätzlich nur ums Rum Saufen, wobei der Titel das ja vermuten lassen würde, vielmehr geht es darum, ob und wie man der schrecklichen und wirklichen Welt entfliehen kann, in der man lebt. Paul Kempp flüchtet aus seinem ihn langweilenden Job, den er sowohl hasst, wie auch liebt, und erlebt dabei, wie sich eine ganze Insel versucht für den zukünftigen Tourismus-Strom herauszuputzen. Und das er dabei literweise Rum konsumiert, fällt irgendwann gar nicht mehr auf, denn es wird, je mehr man liest, immer mehr zu Normalität. Auf jeden Fall ist es herrvoragend geschrieben und hat mich verleitet im nächsten Winter (wahrscheinlich Ende Januar, so wie im Buch) für zwei Wochen nach San Juan zu fliegen. Mal schauen ob ich wieder zurück komme ....
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am 14. Juli 2009
Hunter S. Thompson dümpelte im literarisch-öffentlichen Bewusstsein der Deutschen einige Zeit vor sich hin, in etwa so wie San Juan auf Puerto Rico in den 60ern. Dann kam der Journalist Kemp und erweckte diesen Ort zum Leben. Berichtet über die Zeitung und ihre Mitarbeiter, seine Kollegen mit denen er sich anfreundet, den Sound und das Gefühl der Insel. Das Buch gewinnt im letzten Drittel mehr Präsenz und Handlung, ja er wird schon mal etwas spannend. DIE große Parabel auf die Orientierungslosigkeit einer ganzen Generation zur damaligen Zeit, konnte ich allerdings auch nicht feststellen; dazu weht einem die Selbstreflexion von Kemp und seinen Artgenossen ein wenig zu sehr als laues Lüftchen um die Nase. Ich war weder gelangweilt noch begeistert von diesem kurzen Buch; sicherlich hat es einige schöne Passagen, in denen Inselfeeling vorkommt und auch das Zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz. Zu behaupten, es wäre ein Wahnsinns-"Flow" in dem erzählt wird, halte ich aber doch für übertrieben. Da würde man dem Grand Master Ernest Hemingway mit seinen "Inseln im Strom" einfach Unrecht tun.
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