Artur Rubinstein (1887-1982) war über mindestens vier Jahrzehnte der Chopin-Interpret "par excellence". Seine Aufnahmen werden die Zeiten, allen Interpretationsmoden zum Trotz, überdauern.
Das gilt auch für die vorliegenden Einspielungen der 14 Walzer, die Rubinstein im Juni 1963 in den RCA-Studios in Rom gemacht hat. Sie sind bis heute trotz unzähliger späterer Aufnahmen nie erreicht oder gar überboten worden. Einzig Dinu Lipatti, der frühverstorbene Ausnahmekünstler, hat mit seiner Studioaufnahme derselben Stücke von 1950 einen Maßstab gesetzt, den auch Artur Rubinstein nicht zu toppen vermochte.
Dafür gelang ihm mit seiner Aufnahme in natürlich wesentlich besserer Klangqualität eine völlig andere, ganz abgeklärt-heitere Version, die den ganzen Farbenreichtum dieser Miniaturen in herrlicher, unnachahmlicher Art zum Erklingen brachte. Auch die übrigen Stücke geben Zeugnis von dem einzigartigen Rang des Chopin-Spezialisten Rubinstein. Besonders hervorheben möchte ich noch die kraftvolle und ganz am Werk orientierte Deutung des Fantaisie-Impromptu op. 66, die ein Jahr später in New York zustande kam. Kein echter Chopin-Liebhaber und erst recht kein Rubinstein-Fan kommt an dieser CD vorbei.
Das Textheft ist ausführlich und gibt genügend Aufschluß über Komponist, Interpret und die eingespielten Stücke.