RPWL sind mit leichtem Vorsprung vor Sylvan die beste Neo-Prog-Band Deutschlands - Punkt! Gespannt konnte man denn auch auf den Nachfolger des Überfliegerwerks "World through my Eyes" sein und um es kurz zu machen: enttäuscht wird man nicht. RPWL spielen nach wie vor anspruchsvolle Rockmusik in der Schnittmenge zwischen klassischem Pink-Floyd- und modernem Porcupine-Tree Prog - und das auf hohem Niveau. Gemessen am Vorgänger aber ist die Quote der Ohrenschmeichler nicht mehr ganz so groß: der Versuch, mehr rockige Einflüsse in den Bandsound zu integrieren gelingt einfach nicht mehr ganz so leichtfüßig. Einzelne Stücke wie z.B. "Breathe in, breathe out" sind sogar nah an der Belanglosigkeit und wirken zuweilen wie Ausschussware aus dem (gelungenen!)Soloprojekt "Blind Ego" des RPWL-Gitarristen Karlheinz Wallner. Demgegenüber stehen Kracher wieder der Opener "Silenced" oder "River", die letztlich dafür sorgen, dass man der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus bleibt: perfekt inszenierte Progressive-Rock-Epen, die auch Eloy oder die Floydies selbst nicht besser hinbekommen hätten. Darüber hinaus wagt man sich mit "Masters of War" erstmals an eine Pink-Floyd-fremde Coverversion und punktet auch hiermit: selbst Bob Dylan persönlich dürfte diese Interpretation für eine von David Gilmour halten. Aller Überhämmer zum Trotz fehlen sie einfach, die wirklich überirdischen und vor allem überraschenden Momente wie "Roses" oder "Sleep", die das Vorgängerwerk zu einem Referenzalbum machten - schon ein wenig schade. Fazit: RPWL bringen erneut ein äußerst gutes Album heraus, vor dem Ritterschlag bewahren sie sich jedoch durch vereinzeilte Hänger selbst.