Der Titel des Films ist tatsächlich etwas irreführend, denn er ist verblüffend wenig romantisch. Der Fokus richtet sich auf sieben Freunde, die sich einst im College zusammengeschlossen haben, sich zwischenzeitlich etwas aus den Augen verloren haben und nun zur Hochzeit ihrer Freundin Lila mit Freund Tom erneut zusammen treffen. Das gemeinsame Wochenende wird von den Beteiligten mit gemischten Gefühlen erwartet und den Grund erfährt man schon recht bald: Tom war lange Zeit mit Laura, der ehemals besten Freundin von Lila zusammen. Und Laura ist noch immer in Tom verliebt - was Lila auch genau weiß. Die Spannung zwischen den Freunden nimmt also naturgemäß mit jeder Stunde zu und der Zuschauer erlebt diese Entwicklungen, die durch die ungewöhnlichen Kameraeinstellungen sehr natürlich wirken, hautnah mit. Wird es am Ende eine Hochzeit geben?
Einige namhafte Schauspieler leihen den Beteiligten des Films ihr berühmtes Gesicht. Die romantische Laura aus bescheidenen Verhältnissen wird von Katie Holmes ("
Thank You for Smoking") dargestellt; Anna Paquin ("
Jane Eyre") spielt Lila, eine Tochter aus gutem Hause, die fest entschlossen ist, den gutaussehenden Tom zu heiraten, dessen angebliche Intelligenz Josh Duhamel ("
So spielt das Leben") nicht besonders deutlich hervortreten lässt. In den Nebenrollen ist besonders Candice Bergen ("
Miss Undercover") als scharfsichtige und furchterregende Oberklassenmutter Augusta positiv zu erwähnen. Auch Alin Akerman ("
27 Dresses") verleiht ihrer Rolle Charakter.
"Wird es am Hochzeitstag Regen geben?"
Wer diese Frage seltsam findet oder nur wenig spannend, wird diesem Film wahrschein-lich wenig abgewinnen. Tatsächlich entwickelt sich die Geschichte sehr langsam und fast schon nebenbei. Zuerst sieht man die Freunde anreisen, wobei es der zurückhaltenden Laura besonders schwer zu fallen scheint, am Ziel anzukommen. Das Elternhaus der Braut liegt am Meer und hier wartet man bereits gespannt. Allerdings weniger auf die Gäste, sondern auf das Hochzeitskleid, welches die Braut sogleich aus dem großen Paket zerrt und vor den neugierigen Blicken ihrer Schwester rettet, indem sie es auf dem Dachboden versteckt. Dann werden die Freunde mit den üblichen Begrüßungsritualen empfan-gen, die etwas verkrampft ablaufen. Die Vorabendfeier für den großen Tag läuft dann ebenfalls erwartungsgemäß etwas mühsam ab, wobei dem Zuschauer keine Peinlichkeit der wortreichen Reden erspart bleibt. Auch der Alkoholpegel steigt. Schließlich zieht sich die Braut mit der Bitte zurück, von ihren Freundinnen um Mitternacht ins Bett gebracht zu werden. Die ehemals unzertrennlichen Freunde finden sich schließlich am Strand wieder. Sie fordern von Tom eine Rede, der als Bräutigam als einziger ohne peinlichen Vortrag davon gekommen ist. Die verblüffend poetischen Worte von Tom enden mit der Ankündigung, im Meer baden zu wollen. Die Freunde folgen nach einem Moment der Verwirrung in die Fluten, doch nach dem Bad fehlt jede Spur des Bräutigams. Beunruhigt beschließen die Zurückgebliebenen nach ihrem Freund zu suchen. Dabei kommt es zu einigen intimen Aussprachen zwischen den Freunden und auch Laura fordert ein offenes Wort. Schließlich hatte sie Tom ohne Erklärung verlassen und warum er jetzt Lila heiraten möchte, ist ihr immer noch nicht klar. Eine Nacht der Erkenntnisse folgt. Selbst Mutter Augusta erwacht aus dem Schönheitsschlaf und vermutet plötzlich, dass es am nächsten Tag unglücklicherweise Regen geben wird. Doch der neue Morgen beginnt mit Sonnenschein. Was wird er dem Paar und seinen Freunden bringen?
Es ist ja nicht so, als ob diese Art der Geschichte nicht schon so oder so ähnlich erzählt wurde. Tatsache ist, dass es aber bei diesem Film kleine, aber feine Unterschiede gibt. Die Figuren sind weniger glatt als in klassischen, romantischen Komödien. Die Sprache ist locker, manchmal sogar etwas gewöhnlich. Die Optik wirkt natürlich und schnörkellos. Dabei gibt es auch viele komische Momente, z.B. als der verwirrte Bräutigam plötzlich nicht mehr weiß, warum er seine Braut eigentlich liebt und die sonst so beherrschte Lila einen Schreikrampf bekommt - und das mit hellblauer Schönheitsmaske im Gesicht! Auch die Dialoge zwischen den Freunden sind leicht abgefahren, aber nicht ohne Spaßfaktor.
Die Spannung des Films entwickelt sich nicht im klassischen Sinne durch bestimmte Szenen oder Momente, sondern dadurch, dass man den Charakter der jeweiligen Person Stück für Stück besser entdecken kann. Und diese Entdeckung funktioniert nur, wenn man geduldig dem langsamen Rhythmus des Films folgt und ist nur dann spannend, wenn man sich wirklich dafür erwärmen kann, Charakterstudien zu betreiben. Und das auch, wenn die einzelne Person einem persönlich nicht unbedingt sympathisch ist. Man wird quasi aufgefordert, den Hintergrund einer Figur zu erraten und ihn in Zusammenhang mit möglichen Absichten und Motiven zu bringen, die das das momentane Verhalten bestimmen. Je nach Sichtweise des Zuschauers ist das interessant oder eben etwas nervig.
Auch die Kameraführung ist gewöhnungsbedürftig. So stehen die Schauspieler in manch einer Szene fast außerhalb des Bildes, was einen etwas seltsamen Eindruck macht. Die Außenszenen nachts bleiben etwas arg dunkel, dafür bringen die Innenaufnahmen im Haus auch die geschmackvolle Einrichtung zur Geltung.
Die ruhige, stimmungsvolle Musik untermalt passend die natürlichen Bilder des Films und wirkt oft ausgleichend.
Als Extra werden lediglich diverse Trailer zu anderen Komödien und natürlich zum Film selbst geboten.