....ist die erste automatische Reaktion, wennn ich ausdrücken will, wie ich dieses Buch fand. Schon ganz nett, was Gilbert Adair da zusammengeschrieben hat - aber mehr auch nicht. Denn leider reicht die Qualität seines Plots an literarische Vorbilder nicht heran. Seine Witze fand ich eher mäßig (when Mr & Mrs Duckworth christened their son in the 1920s, they could not foresee what they did to him by naming him Donald... *haha*) und seine Wortspielereien oft zu plakativ, um geistreich zu sein. Sicherlich ist das Geschmacksache, aber für mich steckt etwa im Wortwitz eines Jasper Fforde erheblich mehr Kreativität und Intelligenz.
Adairs Buch ist handwerklich durchaus solide gemacht, sein "Locked-Room-Murder-Mystery" schlüssig und durchdacht. Es lässt aber die Präsenz und das "Augenzeugengefühl" vermissen, dass man etwa beim Lesen eines Christie-Krimis hat, das Ganze wirkt zu konstruiert und bemüht. Der Leser wird nicht in die Geschichte "hineingesogen", die Figuren bleiben oberflächlich und eindimensional. Letztlich fehlt dem Buch die Leichtigkeit des wirklich guten Krimis - vielleicht der Grund, weshalb der Autor selbst auf dem Cover von "an entertainment" spricht, und nicht etwa von einem "mystery"? Mir ist jedenfalls nicht klar, was Adair mit seinem Buch eigentlich wollte. Den Beweis erbringen, dass Krimischreiben einfach ist, hoffentlich nicht, denn der wäre ihm misslungen. Aber auch Hommage/Persiflage funktionieren nun mal nur dann wirklich gut, wenn die eigene Größe an die des fraglichen Objekts heranreicht. Fazit: Nette Lektüre für Krimifans, aber kein "Must".