Als The Ritual damals herauskam war ich platt. Nein, ich bin zwar auch Testament Fan, doch kein verkrampfter Anhäger der alten Platten von Testament. Mir hatten bereits die Vorgänger Practice What You Preach und Souls Of Black sehr gut gefallen und diese Strömung gipfelte in The Ritual! Leider das letzte Album Testaments mit Alex Skolnic, dem Wundergitarristen. Die bereits anderweitig erwähnten Differenzen in der Band führten zu einem sensationellen Ergebnis: das Album hat eine unglaubliche Durchschlagskraft und Heavyness. Gerade der Sprung von Melodie auf brutale Gitarrenwände und zurück macht dies aus. Phantastisch! Mein Empfinden davon, ob ein Song heavy ist, hat mit der Geschwindigkeit, in der er heruntergehobelt wird, rein gar nichts zu tun. Es ist eine Art Groove, der stimmen muß. Wird eine Platte nur durchgebolzt, wie z.B. die alten "Meisterwerke" von Testament oder die Platten von Cannibal Corpse, verläßt mich schon bald das Interesse. Und heavy, daß sich mir die Nackenhaare sträuben, finde ich es sowieso nicht mehr. Anders z.B. bei The Ritual. Ich möchte hier nichts über einzelne Songs schreiben, denn es gibt keine Ausfälle und alle sind qualitativ oberstes Niveau, von dem sich viele Bands auch heute noch eine Scheibe abschneiden könnten. Die Produktion ist für dieses Alter ziemlich fett und geht voll in Ordnung!
Mein Fazit: The Ritual ist für mich Testaments interessantestes Album und von vielen Fans und teilweise der Presse total unterbewertet. Es ist eine tolle Power-Metal-Scheibe, die ich mir auch in Zukunft immer wieder gerne in den CD-Player legen werde.