In dem Zitat, das ich als Titel für meinen Text gewählt habe, werden Filmfans unschwer eine Ehrbezeugung in Richtung des Klassikers "Der Exorzist" erkennen. Leider ist der angeblich tatsachenbasierte Film "The Rite" kein neuer Meilenstein des Genres. Geboten wird stattdessen solide Hausmannskost auf einer unterdurchschnittlich ausgestatteten Blu-ray Disc.
Ein Film, für den sich Anthony Hopkins und Rutger Hauer die Ehre geben, kann so schlecht nicht sein, möchte man meinen. Tja, so ganz schlecht ist "The Rite" auch sicher nicht geraten, aber so richtig gut ist der 114 Minuten lange Film dann leider auch wieder nicht.
Die Geschichte des Films ist die Geschichte des angehenden Geistlichen Michael Kovak (Colin O'Donoghue), den vor der Priesterweihe Zweifel an seinem Glauben beschleichen. Als er die gegenüber seinem Mentor Pater Xavier (Ciarán Hinds) laut werden lässt, verordnet der seinem Adlatus eine echte Rosskur: Michael wird nach Rom expediert, um dort den legendären Exorzisten Lucas Trevant (Anthony Hopkins) zu treffen. Bei dem geht Michael quasi in die Lehre, und in seiner Ausbildungszeit erlebt der un- bzw. nur halbgläubige Thomas Schauriges ...
Regisseur Mikael Håfström verfügt durchaus über Genre-Erfahrungen. 2007 ist unter seiner Ägide die Stephen King-Verfilmung "Zimmer 1408" entstanden, und sein restliches bisheriges Oeuvre mag überschaubar sein, hat dafür aber bereits eine Reihe von Preisen auf sich versammeln können. Wahr ist aber leider auch, dass aus schwachen Drehbüchern nur selten gute Filme werden, und genau daran hapert's in meinen Augen leider auch - die Story, die uns da 114 Minuten lang präsentiert wird, trägt leider keinen ganzen Film. Zumindest keinen wirklich spannenden, denn bei aller Liebe zum gemächlichen Erzähltempo lässt sich "The Rite" meines Erachtens einfach ein bisschen zuviel Zeit. Das ist schade, denn die hochkarätige Besetzung macht ihre Sache gut, und zudem punktet der Film mit einer Reihe von schaurig-schönen Einstellungen und wohlplatzierten kleinen Schreckmomenten; in den besseren Momenten des Films hat die Atmosphäre von "The Rite" mich an die des modernen Schauerfilmklassikers "The Sixth Sense" erinnert. Unterm Strich aber bleibt leider der Eindruck, dass man das alles irgendwie schon mal gesehen hat.
Auch die Blu-ray Disc überzeugt letztlich leider nicht - dem Bild (die Bildgestaltung des Films bekommt übrigens ein Extralob von mir) fehlt das letzte Quentchen an Schärfe, immerhin aber bereitet die Tonspur immer mal wieder mit wohldosiertem, basslastigem Grummeln Vergnügen - zumindest akustisch überzeugt der Dämon, der nacheinander in eine schwangere Frau, einen kleinen jungen und den Exorzisten persönlich fährt. Die Zusatzausstattung ist leider kärglich ausgefallen: Geschnittene Szenen, alternatives Ende, siebenminütiges Werbefilmchen - das war's dann auch schon, und für einen Film, der vorgibt, sich an tatsächlichen Geschehnissen zu orientieren, ist mir das entschieden zu wenig.
R e s ü m e e
Solide Kost für Genrefans, die beim Zuschauer 114 Minuten lang immer wieder die Hoffnung darauf weckt, man habe es vielleicht doch mit einem unterhaltsameren Film zu tun, als "The Rite" unterm Strich tatsächlich ist. Die Blu-ray Disc bietet solide Werte in punkto Bild und Ton, nivelliert den guten Gesamteindruck aber gleich wieder durch merkliche Defizite in der Abteilung "Zusatzausstattung" - mit anderen Worten: You have the rite to remain on the shelf - auch in diesem Falle können Interessierte sich durch den Gang in die Videothek größere Enttäuschung ersparen.