Short-short in English: provoking theory in 1988, seemingly "refuted" in the 1990s with a US towering the playfield. With George W Bush violently overstretching the US capacity, Kennedy might have become again an accurate description of a possible trend in the 2000s. Detailed examples from European history and statistics are included all the way within the 700+ pages. ... Well, and now going on in German:
Kennedy (Paul) rüttelte mitten in den letzten Zügen des Kalten Kriegs, 1988, die USA auf: ähnlich wie für Großbritannien sei der Abstieg der Supermacht USA irgendwann fällig. Langsamer, sicher, aber eine imperiale Überdehnung sei irgendwann unvermeidlich.
Natürlich betreibt Paul Kennedy hier einen Analogieschluss: alle ab 1500 behandelten Imperien hat es erwischt, wie Kennedy ausführlich historisch darlegt. Also warum nicht auch die Vereinigten Staaten? Der Titel und die These sind natürlich eine Kopie seines "Aufstiegs und Falls der britischen Seeherrschaft": Man baut ein Imperium auf, doch die Kosten, es zu erhalten, steigen immer stärker an, weil andere nachdrängen und Koalitionen der Gierigen schmieden - und wirtschaftliche Vorsprünge nicht ewig herrschen. Zuviel Rüstung unterminiert die wirtschaftliche Gesundheit, was den Abstieg dann noch beschleunigt. Kennedy liefert sehr viele Statistiken, doch bleibt letztlich ein Militärhistoriker, der Völkerrecht, Kultur, Attraktivität von Lebensstilen/ Einfluss etc. nicht wirklich sieht, sondern Kanonen und auch Schweinehälften zählt. Das macht es zum einen interessant, zum anderen wäre da ein Weg, über Kennedy hinauszugehen.
Ein weiterer Punkt: Kennedy war regierungs-Pflichtlektüre unter Clinton. Die Theorie beeinflusste so die Praxis, und der Kassandraruf wurde (zunächst) widerlegt. Auch Clinton spielte zuweilen den Militaristen-Jingo, achtete jedoch extrem auf die Wirtschaftsbasis - auch wenn seine Prognose zunächst darunter litt, Kennedy wird es wohl gefreut haben ...