Ein Traum von einem Melodic Metal Album! Die zweite gemeinsame Scheibe der Spitzen-Sänger Russel Allen (Symphony X) und Jorn Lande (Ex-Masterplan) lässt keinen Millimeter Platz für Konfektionsware. "The Revenge" bügelt sogar noch ein paar Schwächen des schon sehr guten Erstlingswerks "The Battle" von 2005 aus und geht etwas aggressiver zur Sache. Die traumhaften Melodien wurden kein bisschen gestutzt; und trotzdem geht man keinerlei Kompromisse ein, gleitet dieses Mal zu keinem Zeitpunkt in softere AOR-Gefilde ab. 63 Minuten lang reihen sich kraftvolle, schwermetallisch angetriebene Ohrwürmer aneinander, getragen von zwei der genialsten Stimmen im ganzen Metalbereich. Hymnisch, aber nicht kitschig - eingängig, aber nicht platt. So schafft es jeder einzelne Song weit über die durchschnittliche Halbwertszeit hinaus locker ins Suchtzentrum des geneigten Metaller-Hirns, nicht zuletzt durch die fesselnden Atmosphären der leicht mit Bombast gefütterten Refrains. Sogar die Powerballade "Master of Sorrow", bei der es einem heiß und kalt den Rücken runter läuft, umschifft locker und leicht jedes Klischee. Drei Mal singt Allen, drei Mal Lande, sechs Mal beide abwechselnd und zusammen als kongeniales Stimm-Duo. Geschrieben hat alle Stücke erneut der Schwede Magnus Karlsson (Last Tribe), der auch sämtliche Saiteninstrumente zupft und dem Album mit melodisch weit ausholenden Gitarren-Hooklines und feinsten Soli den ultimativen Feinschliff verleiht. Abwechslungsreiche, groovende Drives machen zudem so manches Stück auf "The Revenge" auch für Prog-Metal-Fans interessant. Zu guter Letzt veredelt Karlsson seine Songs mit wohldosiertem Keyboardeinsatz. Wer melodischen Metal à la Masterplan liebt, der wird "The Revenge" vergöttern. Nur Genre-Größen wie Helloween oder Gamma Ray sollten besser weghören - Frustgefahr!