In den letzten Jahren ist es schon fast zur Mode geworden zu Alben auch noch Supporter in Form von Mixtapes zu veröffentlichen, also dachten sich auch Cool J und Radiolegende DJ Kayslay: "haun wird doch auch schnell n Tape raus, knowamsay'n". Und da ist es nun also. "Bescheiden" wie immer, nannte man dieses Werk "Return Of The G.O.A.T.", zu deutsch: die Rückkehr des Größten aller Zeiten. Geboten bekommt man einige neues Songs, aber auch Flow-Tracks, also Raps über bereits bekannte Beats.
Dass LL ein Star der 80ies war, zeigt er uns gleich mal mit dem Introsong "Hi Haterz", bei dem ein sehr freshes Instrumental im Stile der 80er Jahre aus dem Pop-/Disco-Bereich, also minimalistisch und futuristisch, verwendet wurde. Der bald 40 jährige Mr. Smith zeigt uns bei diesem Track, dass er immer noch ebenso gut rappen kann, wie Hanteln stemmen. Nach dem recht eintönigen, künstlich auf imposant getrimmten und dennoch misslungenen "Who Want It With The G.O.A.T.", findet man mit "Zodiac Drilla" bekannte Töne vor. Hier wurde der grauenhafte Beat von Lil Wayne's "A Milli" verwendet, über den LL auch noch im Vocoder-Style a lá T-Pain drüberkrächzt und versucht den aktuellen Trends nachzurennen. Absolut grauenhaft. Und so einer nennt sich The G.O.A.T.? Viel besser, eigentlich richtig großartig geht's mit dem Hammer "5 Boroughs" weiter. Hier treffen dynamische E-Gitarrenriffs auf schnelle und kraftvolle Beats, was schon sehr viel Laune macht. Wenn dann noch 5 MCs in Form von LL Cool J, Jim Jones, Method Man, KRS-One und Uncle Murda, die jeweils ihren Stadtteil (also LL Queens, Jimmy Jones Harlem, KRS Bronx usw.) repräsentieren dazukommen, wird das Ganze zum echten Hit und dem absoluten Highlight von "Return Of The G.O.A.T.". Ruff Ryder Styles P darf sich auf einem Freestyle über LL Cool J's "4, 3, 2, 1" beweisen, danach treffen wir auf Mr. Mixtape persönlich. Die Rede ist von Jahrhunderttalent Papoose, der wie Styles ein altes Instrumental von Cool J zur Verfügung gestellt bekam, in diesem Fall "Ill Bomb" von LL Cool J's 2000er Album "G.O.A.T.". Wie bei so ziemlich jedem anderen Track, macht Papoose auch hier wieder alles richtig und zeigt uns, wie klasse er rappen kann. Endlich wieder neues Material liefert uns James Todd Smith mit "I Cry", einer sehr melodischen und R'n'B lastigen Nummer, die durch den Refrain von Sternchen Lil' Mo ihren letzten Schliff bekommt, ab. Schönes Lied, aber keine Weltneuheit. Nach dem wieder stinklangweiligen "New York Gangsterz" geht es mit der härteren DJ Premier-Produktion "Sideway Executives". Allerdings hat Primo den Beat nicht für LL produziert, sondern ursprünglich war dies ein Song vom M.O.P-Album "Warriorz". Nichts desto trotz eines der besseren Stücke. Female MC Nicolette war bisher eher ein unbeschriebenes Blatt. LL Cool J muss sie jedoch so beeindruckt haben, dass er hier ein Chance gab. Und genau diese nutzt sie auch wunderbar mit ihrem Freestyle über Young Jeezy's "Put On" und liefert für eine Frau eine bewundernswerte Show. Etwas Down South Style bringt "Clap N Revolve" mit sich. Treibende Kickbässe, düstere Frauengesänge im Background, dazu ein gescrewter Introvers - wirklich cool, Cool J! Nach dem sehr elektrischen, aber auch wirklich toll klingenden "Paper" (feat. Jiz & Lyrikal) erreicht man mit "Rock Da Pole" den letzten Song des mit 16 Tracks bestückten Mixtapes. Hierbei handelt es sich um einen Clubtrack mit harter Bassline und ab und zu einsetzenden Synthie-Klängen, klingt schon fast nach einer Timbaland-Produktion. Auch hier spielt LL die Souveränität, die er in 23 Jahren Karriere erlangt hat, am Mic aus, zeigt uns damit aber auch, dass er sich in den letzten Dekaden kein Stück weiterentwickelt hat. Als Fazit kann man über "Return Of The G.O.A.T." sagen, dass es sicher den ein oder anderen guten Song bietet, was die Sache für Fans von Ladies Love Cool James interessant macht, Bäume reißt er damit jedoch nicht aus, da einfach zu viel durchschnittliches bzw. langweiliges Material mit dabei ist. Wer von LL's "Exit 13" nicht genug bekommen kann, kann sich dieses Tape sicher einmal zulegen, ansonsten verpasst eigentlich nicht viel.