Leslie Feist hat wieder mal ein rundum schönes Album gemacht, das sehr intim und sparsam wirkt und sicherlich zu längerem Hören anregen wird.
Im Vergleich zu ihrem letzten Album legt sie meines Erachtens dieses Mal mehr Wert auf die ruhigen, sanften Töne, die sehr sparsam instrumentiert, einen eher akustischen Eindruck machen und so Stimme und wenig Instrumente alleine wirken. Das kann vor allem bei den sehr ruhigen Stücken gehört werden.
Die paar schnelleren Songs sind teilweise sehr happy, folkig und zeigen ihre Freude am Schreiben und andererseits sind sie mir etwas zu hektisch und ohne Ziel, was mein einziger Makel an dem Album ist.
Die schnelleren Songs auf dem letzten Album waren etwas melodischer, weniger Gitarren, mit viel 70's-Feeling, ein wenig in die Lounge-Dance-Richtung gehend, was ich einfach sehr mochte. Songs wie "One evening", "Inside and out" oder "Secret heart" fehlen leider gänzlich, vermisse ich sehr auf diesem Album.
Das Album beginnt ruhig und folkig: "So sorry", ein schöner Starter.
Bei "I feel it all" und "My moon, my man" wird man erstmal wachgerüttelt und wird zum Mitschunkeln oder Mitgröhlen animiert.
"The park" und "The water" sind sehr ruhige, akustische Klassiker, die erst nach mehrmaligem Hören ihren Charakter entpuppen und sehr intim wirken. Schöne Melodien, ein Akustikgitarrensong, der auch zu einem traurigem Western passen würde und ein balladesker Piano-Song.
Dann kommen zwei Songs, die ich nicht so mag, Folkrock mit "Sea lion woman", einem Nina Simone Cover, dem ich mit seinem rockigem Flair nicht viel abgewinnen kann. Dem kurzen "Past in present" kann ich nicht viel hinzufügen, Countryfolkpop, etwas lala-artig, geht so.
Dann das absolute Highlight "The limit to your love", absolut gefühlvoll, wunderschön instrumentierter Song. Klasse!
"1234", ein folkiger, sehr fröhlicher Song mit Trompeten.
"Brandy Alexander", wieder ein schöner, ruhiger Song.
"Intuition", keine Ahnung, plätschert vor sich hin, dem kann ich noch nichts abgewinnen.
"Honey honey", schöne Harfen, die bei "How my heart behaves" fortgesetzt werden, der zweite Höhepunkt auf dem Album, ein Fast-Duett mit absolutem Gänsehaut-feeling am Schluss, tolle Instrumentierung!
Insgesamt gesehen ein Folkpoprock-Album mit vielen absolut schönen ruhigen Stücken, ein paar coolen schnellen Ausreißern und ein paar unnötigen Songs (für mich unnötig), leider ohne loungiges 70er Clubfeeling, das mochte ich an ihrem letzten Album sehr, 2-3 Songs in dieser Richtung hätten für mich auch dazu gepasst und das Album komplettiert.
Vier Sterne für ein sehr interessantes, "innovatives" und sehr intimes Album. Für eine außergewöhnliche Stimme und tolle, sparsame Instrumentierungen. Einfühlsam und echt!