Bei einer neuen Smoke Blow-Platte weiß man nie ganz genau, was man bekommt. War "German Angst" (2003) ein dreckiger Mix aus Rotzrock und Hardcore, folgte mit "Dark Angel" (2005) ein melodischeres, dezent nach Horrorpunk klingendes Album, und schließlich kam 2008 "Colossus", welches für SB-Verhältnisse direkt glattgebügelt klang. Auf ihren Frühwerken hatte die Truppe auch noch vermehrt Stoner-Einflüsse an Bord.
Nun haben wir 2010, und Smoke Blow lassen "The Record" auf die Welt los. Wer dachte, der Trend, mehr Melodie und weniger Härte zu verwenden, würde fortgesetzt, wird überrascht sein, denn das Gegenteil ist der Fall. Dies ist das bis dato härteste Album der Kieler, sogar Thrash- und Death-Metal-Einflüsse sind im Punkgerüst eingebaut. Das haut einem auditiv ordentlich eins in die Fresse, geht aber zu Lasten der Eingängigkeit. Mitgrölrefrains sucht man hier vergebens, dafür dominieren böse, unharmonische Riffs das Geschehen. Auch Jack Lettens Cleangesang ist nur noch rudimentär vorhanden, in erster Linie wird hier gekeift und gebrüllt, was das Zeug hält.
Letztendlich ist es Geschmacksache, ob einem nun die härteren oder die melodischeren Smoke Blow besser gefallen. Spaß macht "The Record" allemal, aber meine beiden Favoriten sind nach wie vor "German Angst" und "Dark Angel".
Man darf schon jetzt gespannt sein, wie das nächste Album klingen wird.