In diesem Buch versucht ein "rationaler Optimist" zu zeigen, dass die Welt besser und nicht schlechter wird.
Zu diesem Zweck richtet er den Blick auf die wichtigsten Etappen der Weltgeschichte:
- 200 000 Jahre Arbeitsteilung
- 50 000 Jahre Handel
- 10 000 Jahre Landwirtschaft
- 5 000 Jahre Städte
- 300 Jahre fossile Energieträger
- 200 Jahre Erfindungen
Seit der Steinzeit steigt der Lebensstandard zunächst sehr langsam und seit der Industriellen Revolution rasant an. Das Buch zeigt auf, wie die ersten Staaten entstanden (Verstädterung / Landwirtschaft / Wasserwirtschaft / Verteidigung) und warum einige Staaten Erfolg hatten (z. B. Botswana) und andere (z. B. Simbabwe) nicht: Die Marktwirtschaft ist von unten her organisiert, sodass von oben nur Beschränkungen möglich sind. Staatliche Bürokratien haben sich oft als Parasiten (Babylon) oder Hemmnisse (Ming-China) erwiesen. Städte entstanden zuerst als Handelsplätze; danach haben die Herrscher den Wohlstand abgeschöpft. Durch die fragmentierten Regierungen in Europa blieb uns dieses Schicksal erspart und die Industrielle Revolution wurde möglich.
Wie aktuelle Studien zeigen, sind Händler bzw. Kapitalisten großzügiger als Mitglieder autarker Gemeinschaften; sie können nämlich erstens davon ausgehen, dass sie die Erträge aus dem Handel behalten können und zweitens ihrem Gegenüber vertrauen. Bei autarken bzw. isolierten Gemeinschaften ist die Wahrscheinlichkeit gewaltsamer Konflikte viel höher. Mit der schrittweisen Einführung der Marktwirtschaft ist die Mordrate in Europa stetig gesunken.
Auch im Bereich der Umwelt zeigen sich in letzter Zeit Verbesserungen. Das liegt (auch) daran, dass sich reiche Länder mehr Umweltschutz leisten können als arme. Der Umwelt hilft man am besten, indem man Eigentumsrechte (z. B. an Fischbeständen) durchsetzt. Die angeblich umweltfreundlichen Energien haben den Nachteil, dass sie sehr viel Land brauchen. Dadurch wird aber wieder der Lebensraum für Tiere eingeschränkt. Grüne Energie ist also nicht so grün, wie sie aussieht. Aktuelle Studien zeigen auch, dass neue Arbeitsplätze im Bereich der alternativen Energien durch Subventionen und teure Strompreise die doppelte Anzahl Arbeitsplätze in anderen Bereichen der Volkswirtschaft vernichten.
Nachdem in fast allen Bereichen (von Diktaturen abgesehen) Verbesserungen gezeigt wurden, bleiben die Probleme Afrika und Klimawandel. Im Falle Afrikas ist es notwendig, die Marktwirtschaft einzuführen. Allerdings ist eine Einführung Dekret zum Scheitern verurteilt; der Markt ist ein demokratisches System und muss deshalb von unten aufgebaut werden. Andernfalls bringt man Traditionen durcheinander. Der Klimawandel bring nach Abwägung der Fakten wahrscheinlich eher Vorteile (z. B. mehr landwirtschaftlicher Ertrag) als Nachteile. Die pessimistischen Prognosen des Weltklimarates basieren auf unhaltbaren wirtschaftswissenschaftlichen Prognosen und falscher Fortschreibung des Bevölkerungswachstums. Auch die Berechnung der Kosten und Nutzen des Klimaschutzes im so genannten "Stern Report" ist falsch, sodass sie die Kosten minimiert und den Nutzen maximiert. Im Vertrauen auf die Erfindungsgabe der Menschen ist davon auszugehen, dass vor dem Versiegen des Öls eine Alternative gefunden wird und unsere Nachkommen weniger CO2 verbrauchen werden. Dem Klima hilft man nicht durch rigide CO2-Rationierung, sondern durch eine CO2-Steuer, Marktwirtschaft und Aufforstung (dem Gegenteil von Biosprit). Andernfalls würde man die Armen nur noch ärmer machen.
Wir haben also allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Das 21. Jahrhundert wird uns (falls die Regierungen die Globalisierung nicht rückgängig machen) einen noch höheren Lebensstandard bringen.
Die Kernaussage des Buches lässt sich durch folgendes Zitat zusammen fassen:
"[Fortschritt ist], was Friedrich Hayek die 'Katallaxie' nannte: die ständig wachsenden Möglichkeiten, welche die wachsende Arbeitsteilung erzeugt. Das ist etwas, was sich selbst verstärkt, nachdem es begann."(S. 56)
Mir hat das Buch gut gefallen. Der Hinweis auf die Wohlstand stiftende Arbeitsteilung und Spezialisierung entspricht dem, was die so genannte "österreichische Schule" der Volkswirtschaftslehre zum Thema Entwicklung beigetragen hat. Eigentumsrechte, Gesetze und Gerichte sind förderlich; Autarkie, Bürokratie, Monopole und Vetternwirtschaft nicht. Die Diskussion des Klimawandels entspricht ungefähr Klaus: "Blauer Planet in grünen Fesseln". Der "Nutzen" der Entwicklungshilfe wird gut in Easterly: "Wir retten die Welt zu Tode" dargestellt.