Regie-Exzentriker Ken Russell hat auf den ersten Blick einen betont schönen, gefühlvollen Film geschaffen. Er erzählt eine Coming-Out-Geschichte einer jungen Frau namens Ursula, die in England um 1900 spielt (siehe Amazon-Inhaltsangabe). Die Tatsache, dass die Vorlage von D. H. Lawrence ist, lässt jedoch Deftigeres erwarten. Und in der Tat: Reichlich Nacktszenen wird es geben, aber das ist nie dem puren Voyeurismus geschuldet. Sex und Erotik sind immer mit Gewalt (im mehrdeutigen Sinne des Wortes) konnotiert. Auch Personen, die zunächst "gut" zu sein scheinen, nutzen Ursula letztlich aus und halten oder bringen sie in Abhängigkeit. Russel nutzt die filmischen Erzählmöglichkeiten perfekt, um dies zu zeigen, und er hat Großes aus seinen Darstellern herausgeholt. Ein Film, der genauso begeistert wie verstört. Er ist m.E. sehr komplex, weswegen mein Artikel auf spielemagazin.de zu diesem Film sehr lang geworden ist. Für alle, die's lesen wollen und zudem dort viele Szenenfotos entdecken können.