Wer Jamie bisher mochte, den wird dieses Album zumindest zu Beginn enttäuschen. Berauschend steigt er ein mit seinen typischen Jazzsounds, mit BigBand und wie immer großer Begeisterung doch spätestens nach dem dritten Song beginnt man sich zu fragen, in welche Richtung sich dieses kleine Meisterwerk denn nun noch bewegen wird. Da hört man viel aus der sumpfigen Popkiste, bis hin zu verdächtlich nach Abba klingenden Songenden, da lassen sich diverse Einflüsse aus der elektronischen Musik entdecken, da brodelt es verdächtlich unter der Jazzhaube. Nicht dass man sich beeindrucken lassen sollte von dem (seit neusten kusierenden)Titel eines "Popstars", jedoch werden sowohl die Fans der ersten Alben wie die Neuen vor dem ein oder anderen Song stehen und nicht wissen, wohin sie ihn denn stecken sollen, diesen "neuen" Jamie. Wer sich musikalisch darauf einlässt, dieses Album nicht zu einer bestimmten Gelegenheit einfach durchlaufen lassen zu können, sondern sich auf jeden Song neu einstellen zu müssen, für den wird es eine Entdeckungsreise werden, die spannend und aufregend ist, aber gleichzeitig auch einige seichte Stellen parat hält. Wer sich auf den alten Jamie gefreut hat, wird sicherlich enttäuscht sein. Für Menschen, die sich sicher sein wollen, dass weniger der kommerzielle Gedanke hinter der Musik steht, für den seien die ersten Alben zuerst empfohlen!