...eine gute Frage. Beantworten muß sie wohl jeder selber. Eindeutig ein B-Movie (so auch der Regisseur), und daher sind die harschen Kritiken wohl unangebracht. Die Filmqualität läßt zu wünschen übrig, wobei nicht so ganz klar ist, ob es sich dabei um ein Stilmittel handelt. Die Szenen sind minimalistisch ausgestattet, die Beleuchtung grenzt an Surrealismus, der Sound ist unbritisch experimentell (meist Electronic) und einfach genial.
Die Charaktere haben leider etwas wenig Zeit, um voll zur Wirkung zu kommen, lediglich die Hauptfigur ist als schwermütiger Romantiker, sein Gegenspieler als egoistischer Unterweltboss von Morgen gut gezeichnet. Das comichafte überzogene Ambiente (uniforme Kostümierung, düstere Stadtszenen usw.) des ganzen Filmes wirkt jedoch stimmig, auch die tagebuchartig vorgetragenen Philosophien des Purifier-Anführers passen gut in den Rahmen. Die Kämpfe (Tae-Kwon-Doe? Karate? Kung-Fu?) sind recht realistisch, wirken beinahe balettartig und dominieren durch ihre Ehrlichkeit.
Zur Story: In einer Großstadt (Glasgow) in der Zukunft herrscht Chaos - die Regierung hat die Kriminalitätsrate nicht mehr im Griff, Kampfsportgangs haben die Stadt unter sich aufgeteilt und sorgen in ihrer "Zone" für (Faust-)Recht und Ordnung - oder kontrollieren eben den Drogenmarkt selber.
Moses, einer der Gangster, versucht den Sprung auf die Bühne der Politik, will gleichzeitig aber auch in kriminellen Kreisen die Macht an sich reißen. Sein Versuch, die Gangs unter sich zu vereinen, stößt bei den "Purifiers", einer isolierten Gruppe mit Robin-Hood-Ambitionen auf Ablehnung. Prompt werden diese für vogelfrei erklärt und müssen nun zusehen, wie sie den Frieden der Stadt und ihre Haut retten - was natürlich nur mit Löchern in derselben vonstatten geht.
Insgesamt ein ungwöhnlicher Film, aber mit Kultpotential, der mehr als Action und gutgemachte Kampfkunst zeigt - ohne dabei aber wirklich neue Wege zu gehen. Ansichtsache: Ansehen - und selber urteilen.