Franz Liebkind erfährt, daß sein Theaterskript "Frühling für Hitler" am Broadway inszeniert werden soll. Er fällt auf die Knie, zieht seinen Stahlhelm auf und wendet sich mit Freudentränen an seine Freunde: die Tauben auf dem Dachboden: "Otto, Berta, Heinz, Hans, Wolfgang. Hört ihr das? Wir kommen ins Broadway und erwecken die guten alten Zeiten zum Leben. Welch Traum meines Lebens!"
- Die Komödie "Frühling für Hitler" / "The Producers" stand im Schatten von Mel Brooks Kassenschlagern wie "Silent Movie"
-Story: Max Bialystok (Zero Mostel) hat als Direktor des New Yorker Broadways sein Theater finanziell heruntergewirtschaftet. Vor dem Konkurs versucht er mit seinem Buchhalter Leo Blum (Gene Wilder) noch einen letzten Trick: Man will mit einem Flop (der einen Tag nach der Uraufführung wieder aus dem Programm genommen werden muß) die Investoren- / Versicherungsgelder einstreichen und sich damit auf die Karibik absetzen. Das Desaster scheint mit Franz Liebkinds Skript "Springtime for Hitler", plus Regisseur Roger Debris (the worst director who ever lived) und dem wirren Hippie "Lsd" als Hitlerdarsteller (Dick Shawn) scheinbar sicher zu sein. Doch es kommt anders ... "Frühling für Hitler" wird ein Publikumserfolg und der Schwindel kommt vor Gericht.
- Der Film ist selbst in Nebenrollen gut bestzt (z.B. Lee Meredith als nicht-englisch sprechende sexy Sekretärin, die Hausmeisterin in Franz Liebkinds Appartment oder Carmen Giya, der Privatsekretär des Regisseurs. Hat gute Dialoge. Lustig finde ich die Szenen:
- der Musical-Ouvertüre (mit dem Kanonendonner im Hintergrund)
- wenn sich der singende Hitler Eva Braun nähert legt er einen Rock and Rolltanz aufs Bühnenparkett, welcher Elvis Presley imitiert.
- als Hitler dann auch noch zu Eva "Hey Baby" sagt ... Da wird Autor Franz Liebkind im Publikum (er empfindet sein Stück falsch interpretiert) langsam böse. Er versucht nun, heimlich den Theatervorhang herunterzulassen, um die weitere Aufführung zu verhindern. Was das Publikum als einstudierten Gag missversteht und mit tosendem Applaus belohnt ...
- Der Autor (Kenneth Mars, der Polizeiinspektor in "Frankenstein Junior") hält einen ernsten Monolog über Churchill. Wobei er sich so in Rage redet, daß er schließlich zu jedem Satz mit der Faust auf den Tisch schlägt ...
- Der Film ist nebenbei auch ein gutes Dokument des Hippiejahres 1967 in New York City. Wie beim "rosaroten Panther" herrscht eine optimistische heitere Stimmung, in der offenbar alles möglich erscheint.
-- Früher wurde "The Producers / Frühling für Hitler" als absoluter Quatsch oder Geschmacklosigkeit abgetan. Doch scheint für für Mel Brooks Kinodebüt in den letzten Jahren ein neuer Frühling gekommen zu sein. So daß es 2005 gar eine Neuverfilmung mit Nicole Kidman geben soll; auch der Musical-Soundtrack erschien auf CD, ferner eine DVD über die Entstehung des Filmes.
- Das Gespräch der ersten 25 DVD-Minuten (zwischen Gene Wilder und dem Direktor) - ist ein bisschen langatmig.
-- Wer den Film noch nicht gesehen hat: mit der Szene beginnen, in der die Broadwaydirektoren "Franz Liebkind" auf seiner Dachterrasse aufsuchen. Ab da wird es spannend und lustig.
- Ein Pluspunkt der DVD sind die vielen Fremdsprachen und Untertitel. Gut gefällt mir das englische Original, manches klingt hier gelungener, z.B. als die Bewerber für die Hauptrolle des Hitler vorsingen müssen, fehlen in der deutschen Fassung die Instrumente. Wem "Frankenstein Junior" oder "Silent Movie" gefiel, schaue auch mal in "Frühling für Hitler" rein.