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Der Prinz von Ägypten ist aber auch der erste Zeichentrickfilm, den Produzent Jeffrey Katzenberg (Arielle, die Meerjungfrau,Der König der Löwen) nach seinem schäbigen Rausschmiss bei Disney für DreamWorks betreut hat. Und dieser Film ist für ihn eine Herausforderung gewesen, denn im Gegensatz zu den Disney-Filmen musste Der Prinz von Ägypten allein an den Kinokassen bestehen, da zu dieser biblischen Geschichte nur schwerlich eine Vermarktung auf dem Merchandising-Sektor vorstellbar gewesen ist. So ist die Geschichte äußerst geradlinig erzählt -- und das Aussehen des Filmes ist erstaunlich. Ohne übertreiben zu wollen: Seit Disneys Fantasia hat kein anderer Zeichentrickfilm solcherartige Bilder kreiert. Die Bilder sind reine Kunstwerke und würden ohne Probleme im Louvre ein Zuhause finden. Auch ist das alte Ägypten dieses Filmes auf keinen Fall eine Pappkulisse wie in früheren Filmen, es ist ein Ort eines geschäftigen, lebendigen Treibens.
Als Sklave geboren und in einem Bastkorb im Nil ausgesetzt, wird Moses von der Gattin des Pharaos entdeckt und von König Seti als Sohn aufgezogen. Im Schatten seines Stiefbruder Ramses, der schwer unter der Bürde leidet, eines Tages das Amt seines Vaters übernehmen zu müssen, lebt Moses ein sorgenfreies Leben. Bis zu dem Tag, an dem er (in einer atemberaubenden Sequenz, in der sich Hieroglyphen in lebendige Bilder verwandeln) erfährt, dass er ein Jude ist, und in die Wüste flieht. Hier spricht schließlich Gott zu ihm und gibt ihm den Befehl, die Sklaven aus Ägypten hinauszuführen.
Katzenberg und seine Zeichentrick-Künstler sind sehr behutsam mit dem religiösen Stoff umgegangen. Grenzen, die die religiösen Gefühle von Zuschauern egal welcher monotheistischen Konfession (Christen, Juden, Moslems) hätten verletzen können, wurden nicht überschritten. So endet der Film mit der Teilung des Roten Meeres und dem Empfang der zehn Gebote -- ohne jeglichen Kommentar.
Darüber hinaus ist Musik ein wichtiger Bestandteil des Filmes (drei CDs wurden veröffentlicht). Hans Zimmers Filmmusik und Stephen Schwartzs Songs passen hervorragend zueinander, obwohl man zugeben muss, dass ausgerechnet das von Whitney Houston und Mariah Carey gesungene und mit dem Oscar ausgezeichnete Lied "When You Believe" zu den schwächeren Stücken des Soundtracks gehört.
Kinder, die sich den Film anschauen, sollten übrigens bereits mit Gewalt im Film umgehen können, da sich der Film nicht davor scheut aufzuzeigen, was die Ägypter mit ihren Sklaven teilweise angestellt haben. --Doug Thomas
Amazon.de DVD-Bewertung
Video Jakob Kurzinhalt
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Blickpunkt: Film
Ein siebenminütiges, 'Der König der Löwen' nachempfundenes Intro, untermalt von dem dem Song 'Deliver Us', läßt zunächst keinerlei Zweifel daran, daß das Ergebnis zweijähriger Mühen mit der Ambition Katzenbergs mithalten kann: Vor dem imposanten und wahrlich atemberaubend in einer Mischung aus 'Die zehn Gebote' und Leni Riefenstahl umgesetzten Hintergrund des Pyramidenbaus thematisieren die Zeichner den Verzweiflungsakt von Moses' Mutter, die ihren Sohn aus Angst vor den Mördern des Pharaohs im Bastkörbchen im Nil aussetzt. Zahlreichen Gefahren muß der Säugling in einer symbolischen Vorwegnahme späterer Abenteuer ausweichen, bevor er am Palast des Pharaohs angeschwemmt und von dessen Frau aufgenommen wird.
Jahre später setzt dort auch die eigentliche Geschichte ein, eingeleitet von einem furiosen Wagenrennen zwischen dem arglosen Moses und Ramses, dem designierten Herrscher über das Reich Ägypten, nachdem sein Vater abgedankt hat. Schnell wird das Dilemma des Films deutlich: Wie gestaltet man eine Geschichte interessant und neu, die buchstäblich der gesamten Welt bereits bekannt ist? Weil nicht das Was, sondern das Wie die Erzählung dominiert, muß 'Der Prinz von Ägypten' hart darum kämpfen, vom Overkill der Bilder nicht erdrückt zu werden. Size does matter - auch auf die wohlbekannten Szenen des Alten Testaments trifft die Hollywood-Formel des Filmjahres 1998 zu: Unvergeßliche, bombastische Bilder, entstanden in einer wegweisenden Kombination aus traditioneller Folienanimation und CGI, fand man für den brennenden Busch, die sieben Plagen und vor allem die abschließende Sequenz von der Teilung des Roten Meeres, die vermutlich Filmgeschichte schreibt. Zwangsweise wird man von der schier überwältigenden Größe dieser Szenen mehr angesprochen als von dem moralischen Dilemma Moses', seiner Vergangenheit den Rücken kehren zu müssen, um sein Volk aus der Sklaverei zu führen. Nur selten gelingt es den Zeichnern, die Bilder von ihrer Unmittelbarkeit zu lösen und mittels ihrer expressiven Kraft die inneren Kämpfe der Protagonisten sichtbar zu machen. Gerade deshalb sind auch eine sensationelle Alptraumsequenz, in der Moses in der Projektion auf ägyptische Wandmalereien seiner Herkunft gewahr wird, oder der erschütternde Moment, in dem Ramses von seinem hingerafften Sohn Abschied nimmt, die stärksten Momente des Filmes, dem natürlich auch Lob gebührt, daß er ausgefahrene Animationswege gar nicht erst beschreiten will: So erwachsen wie die majestätischen Zeichnungen selbst ist auch die Thematik selbst, die nicht - wie gewohnt - Zuflucht in publikumsträchtigem Humor sucht. Daß 'Der Prinz von Ägypten' trotz seiner Schwächen letztlich doch ein Triumph ist, liegt nicht nur an der Weltklasseleistung der Animationsabteilung, sondern auch an den Spitzenleistungen der Sprecher (im Original): Val Kilmer als Moses, Ralph Fiennes als Ramses und Michelle Pfeiffer als Tzipporah vollbringen (auch als Sänger) Beachtliches und erfüllen ihre Figuren mit jener Komplexität, die die effektbedachte Erzählung ihnen verweigert. Daß dieser 70 Mio. Dollar schwere Meilenstein des Genres, der die (technische) Latte für alle kommenden Projekte sehr hoch legt, auch kommerziell ein Wörtchen mitreden wird, wenn er kurz vor Weihnachten weltweit parallel in die Kinos kommt, sollte nicht zuletzt die Marketingkampagne, in deren Mittelpunkt vor allem das erste Duett der Diven Mariah Carey und Whitney Houston und gleich drei Soundtrack-CDs stehen, sicherstellen. ts.