The Powerless Rise. Ja, der Name ist Programm: Vom fast schon 08/15-Metalcore-Frail Words Collapse, über das durschnittliche Shadows Are Security, bis hin zum meiner Meinung nach aktuell besten Metalcore-Album An Ocean Between Us - The Powerless Rise ist ein wirklich enormer Anstieg in Sachen Geschwindigkeit, Brutalität, und Melodik. Nur, ist das auch gleich besser?
Nun, man kann einfach nur sagen: Ja. Es ist grundsätzlich wirklich erstaunlich, wie sich AILD entwickelt hat. Und vor allem: Wie variabel sie doch sind. Der Vorgänger bot im Einzelnen sehr viel Abwechslung, jeder Song war im Kern jedoch gleich. Vorallem die cleanen Vocals konnten mich restlos überzeugen. Für mich beinahe schon DAS Meisterwerk. Bei TPR war ich jedoch wirklich nach dem Beyond Our Suffering-Sample schon hart am Zweifeln, ob diese neue Entwicklung wirklich positiv ist. Doch es ist fast schon wahnsinn, wie hart es hier zugeht - man erkennt AILD kaum wieder.
Der Opener "Beyond Our Suffering" gibt dies absolut wieder. Hohe Tempo, geniale Melodik, gut gelungene Vocals (leider ohne Josh's cleane Vocals), und insgesamt einfach nur n wirklich >harter< Schlag in die Fresse. Aber: AILD ist in diesem Song nicht wiederzuerkennen, die bestehenden Fans werden sich wundern, eventuell müssen sie sich, so wie ich, sogar noch daran gewöhnen. Aber nun gut, es ist wirklich nicht schlecht und macht schon Lust auf Mehr.
Dann "Anodyne Sea" - für mich einer der besten Songs des Albums. Es geht wieder sehr schnell los, die Drums hauen richtig rein, und auch melodisch wird hier nochmals ne Schippe draufgelegt. Und dann, ja endlich, ist sie da: Josh's wirklich atemberaubend klingende Stimme im Refrain, einfach nur Wahnsinnig gut. Was mich leider (technisch) etwas gestört hat: Josh's Vocals rücken auf TPR etwas zu sehr in den Hintergrund. Nicht dass es negativ ist: Es ist einfach nur geschmackssache. Allerdings muss man dazu sagen, dass es einfach schade drum ist, denn seine Stimme ist dynamischer, kräftiger, und variabler denn je. Nungut. Was hat der Song noch zu bieten? Etwas wirklich sehr geiles. Nämlich das, was sich viele Fans schon immer gewünscht haben: Brutale & Epische Breakdowns, wie man sie so eigentlich nur von Parkway Drive kennt. Nur, dass AILD auch hier wieder ihren Charakter mit reinmischen. Genial.
"Without Conclusion" hingegen ist ein wahres Gitarren-Melodik-Fest. Jesus, was hier für Soli gespielt werden, ist der Hammer. So eine Epik hab ich bis dato wirklich in noch keiner anderen Band gesehen; Phil und Nick beherrschen ihr Handwerk so gut wie kein anderer. Gleichzeitig rückt auch Jordan mit seinem Schlagzeug sehr in den Vordergrund.
Double-Bass-Brutalität ohne Ende, pures Growling, epische Melodik und eine stark angezogene Geschwindigkeit machen diesen Song zu einem der härtesten Songs von AILD.
Auch zu "Parallels" gibt es bereits ein Sample. Wens also intressiert, soll sich diesen auf der Homapage anhören, oder aber den kompletten Song (genauso wie die anderen geleakten *hust*) bei Youtube suchen. ;)
Nungut. Dieser Song ist etwas schwer zu beschreiben/beurteilen. Er fängt relativ harmlos, sofern man das soweit sagen kann, an, klingt leicht langweilig. Jedoch steigert sich das alles bis zum Schluss, aber gewaltig. Auch Josh singt hier einfach nur ausgezeichnet, man merkt, dass ihm dieser Song einfach nur gut liegt, soweit man das so sagen kann. Mehr kann und muss man hierzu nicht sagen, wobei ich diesen song als direkten "Nachfolger" zu "I Never Wanted" bezeichnen würde, definitiv. Denn er ist genauso aufgebaut, und mit 5 Minuten auch fast genauso lang. Eigentlich fast gleich - nur eben sehr viel härter.
Der Fünfte Song nennt sich "The Plague". Leider ist auch hier der Name Programm. Denn im Gegensatz zu den anderen erscheint mir dieser Song wie eine (zugegeben, kleine) Plage. Der Song ist einfach nur durschnittlich. Das Instrumental bietet hier nichts großartiges. Lediglich Tim's Growling könnte man hier etwas hervorheben, denn hier zeigt es sich sehr variabel und
brutal. Wie man es nunmal von ihm kennt.
"Anger And Apathy" hingegen ist wieder gut. Halt nein, das war gelogen. Dieser Song ist EPISCH! Und zwar ausnahmslos.
Die Geschwindigkeit ist hier nicht zu schnell, eher gemäßigt. Die Melodik ist auch hier wieder godlike. Allein der Lead hat schon Ohrwurmqualitäten Tim ist auch hier dynamischer denn je, und, als ob das nicht genug ist, zeigt sich Josh hier in seiner vollen Pracht. Er kommt alles andere als zu kurz, und mit einem absolut genialen Refrain zeigt er wie gut er wirklich ist, denn meiner Meinung nach ist das seine persönliche Referenz. Und hier sollte man auch die Technik hervorheben, denn wie perfekt seine Vocals, ich sag jetzt mal, integriert sind, ist wirklich perfekt. Im Hintergrund hört man teilweise Tim, absolut passend und nicht zu aufdringlich, der dann praktisch wieder aus dem Refrain leitet. Zudem endet der Song mit einem perfekt & ausgezeichnet gespieltem Drum-Solo. Auch wenn es etwas voreilig rüberkommen mag: Für mich ist Anger And Apathy die AILD Referenz schlechthin. Ein absolut Facepalm!
Bei "Condemned", der siebte Song, handelt es sich um einen relativ kurzen, aber umso brutaleren Song, der mal wieder ausschließlich von Tim gesungen wird. Der Refrain ist zwar simpel, aber wirklich fesselnd, und auch die Gitarren spielen ein wirklich bemerkenswertes, absolut passendes Solo. Ansonsten ist für mich dieser Song trotz allem eher verhältnismäßig, auf das Album bezogen, durchschnittlich. Nur nicht falsch verstehen, auch dieser Song hat absoluten Charakter, nur fesselt er nicht so wie die anderen.
Der Name des nächsten Songs, "Upside Down Kingdom", klingt zunächst... Nunja, mittelalterlich. Nur klingt der Song an sich natürlich genau so nicht. Denn hier fällt auch (endlich) mal Jordan so richtig auf; vom Drum-Intro, über die sehr schnellen Double-Bass-Passagen, bishin zu den Breakdowns, die gerade wegen Jordan so richtig gut zur Geltung kommen. Josh's Refrain klingt hier etwas monoton, hat jedoch durchaus das Potential zum Ohrwurm. Auch Tim lässt hier zwischen den Refrains hart die Sau raus; zum Schluss hin klingt Josh dann aber auch wirklich gewaltig gut. Der Song weiß also auch durchaus zu gefallen.
Und auch "Vacancy" ist ein kleines Highlight des Albums, denn hier ist nahezu alles sehr gut gespielt. Insbesondere muss man hier auch, wie im vorherigen Song, Jordan hervorheben, denn auch in diesem Song klingen die Drums wieder absolut genial. Gut. Dazu gesellt sich ein ausgezeichneter, von Josh gesungener, Refrain, ein Gitarrenspiel, welches eindeutig auch etwas nach Heaven Shall Burn klingt, und natürlich ein restlos überzeugender Tim, der das Outro dieses Songs wirklich episch macht. Wow.
Der Vorletzte Song "The Only Constant Is Change" ist insgesamt recht trashig. Eine Struktur erkennt man nur schwer, allerdings ist das natürlich keinesfalls negativ. Das Instrumental klingt auch hier wieder wahnsinnig gut - und zwar alles! Und auch hier klingt Tim besser denn je, denn in diesem Song zeigt er nahezu alles, was er bis dato "gelernt" hat. ;) Josh bleibt auch hier in Sachen Vocals komplett aus, aber auch ohne ihn klingt dieser Song wirklich sehr gut.
Sooo. Und der nun letzte Song, "The Blinding Of False Light". Das Intro und die Bridges hören sich eher langweilig an, auch vergleichsweise ruhig. So hart das jetzt auch sein mag... Doch dafür bietet dieser Song mal wieder geniale, jedoch recht kurze, Parts von Josh. Und auch Breakdowns bzw. Soli, in denen Jordan wieder alles gibt. Sie hören sich zwar simpel an, da fast nur auf seinen Toms "getrommelt" wird, doch es hat was. Was ziemlich mächtiges, wenn man das so ausdrücken mag.
Und ab der Hälfte wird es dann etwas kurios, denn dann ändert sich das Setting des Songs komplett. Es wird ein sehr schnelles Double-Bass gespielt, allgemein wird auch das Tempo angezogen, und auch die beiden Gitarristen geben hier nochmal alles. Der Song hat insgesamt durchaus was von This Is Who We Are.
Das Outro wird dann letztendlich hauptsächlich von Jordan gespielt, und ja, es hört sich einfach nur... dominierend an. Göttlich. Perfekt. Ja, das Outro des Songs bzw. des ganzen Albums ist perfekt, wirklich.
So. Wie könnte ich das Fazit denn nun schreiben?
Für die bestehenden AILD Fans ist das Album garantiert gewöhnungsbedürftig; Ich selber musste es relativ oft anhören bis ich dann letztendlich doch überzeugt wurde - genauso ging es mir auch bei An Ocean Between Us. Für Neulinge, die AILD zum ersten mal Hören, und natürlich auch für ALLE, die auch nur das geringste mit Metalcore anfangen können, ist dieses Album ein Muss.
Selbstverständlich bereut es im Endeffekt niemand: As I Lay Dying klingt frecher, wilder, brutaler, melodischer, schneller, härter, einfach nur geiler denn je, insbesondere die Gitarristen spielen, und Josh singt besser denn je - und man kann echt nur sagen: Goddamn, dieser erweiterte Stil steht denen perfekt!
Allerdings konnte mich nicht jeder Song (auf Anhieb) überzeugen, irgendwo ist das auch Geschmackssache. Fakt ist: Jeder Song hat was persönliches, jeder Song hat Charakter. Genauso wie auch AILD selbst, eine der wenigen Bands des Metalcores, die eben diesen Charakter haben.
Und genau das, diese Entwicklung & all diese Verbesserungen, machen As I Lay Dying wieder zum König des Metalcores. Definitiv.
5/5 Sterne || 9,5/10 Punkten.
Lesen Sie weiter... ›