Jennifer Rush gehört nicht nur zu den besten Stimmen aller Zeiten, sondern (zumindest in Mittel- und Nordeuropa) auch zu den erfolgreichsten Sängerinnen der 80er Jahre. Obwohl mancher ihre Stimme in der Popmusik als verschwendet angesehen haben mag und sie lieber in anspruchsvolleren Genres wie Musical oder Oper gesehen hätte, schaffte es Jennifer Rush dennoch, abwechslunsgreiche, ausstrahlungskräftige Popsongs mit einer ganz eigenen Magie zu veröffentlichen.
Die vorliegende Hitsammlung "The Power of Jennifer Rush" umfasst all ihre Hits aus den Jahren 1984-1989 und ist damit eine nahezu komplette Hitsammlung für jeden Jennifer Rush Liebhaber, da die Sängerin nach 1989 zwar noch aktiv, aber nicht mehr in den Singlecharts erfolgreich war.
Natürlich überstrahlt besonders ein Hit die gesamte CD wie auch Jennifer Rushs Karriere: Das orchestrale "The Power of Love", das sich nach akustischem Beginn stetig steigert und in eine epische Bombastballade gipfelt, in der Jennifer Rushs Stimme einen ganz besonderen Hall entwickelt. Nur auf Balladen hatte sich die Sängerin aber nicht festgelegt: Ebenfalls aus ihrer Anfangszeit stammen die mit einem markanten Hintergrundintro ausgestattete Midtemponummer "Ring of Ice" und die in einen hymnischen Refrain mündende, druckvolle und pompöse Disconummer "25 Lovers". Der 1985er Hit "Destiny" stach als sehr atmosphärisches, sparsam arrangiertes Midtempolied mit wunderschönen Bassläufen hervor, nicht weniger markant war "Ave Maria" als raffinierte Mischung aus Opernelementen und hochgepowertem Orchesterpop, während die sentimentale Liebesnummer "If you'e ever gonna lose my love" wieder eine gefühlvolle Ballade erster Güte darstellte.
1987 wechselte Jennifer Rush das Produzententeam und verpasste ihren Alben einen internationaleren, bomastischeren Sound, der ihr weitere Superhits bescherte: Sei es die gitarrenbetonte, rhythmuskräftige Powerpopnummer "I come undone", die mit starken Beats und leichten Rockanklängen aufwartete, sei es das hymnische "Heart over mind" als schlagzeuglastige Mischung aus Rock, Pop und Dance oder auch die mit einem furisosen Gitarrensolo ausgestattete Powerballade "You're my one and only": Jennifer Rush tat der kleine Stilwechsel hörbar gut und bescherte ihr hochkarätige Duettanfragen: Das temporeiche "Flames of paradise" mit Elton John wurde ein weiterer Meilenstein in ihrer Karriere, ebenso das mit herausstechenden Drumbeats unterlegte "Same Heart" mit Michael Bolton. Auf ihrem letzten 80er Jahre Hit "Higher Ground" präsentierte Jennifer Rush dann 1989 flotten, discotauglichen Soulpop und hatte damit rückblickend in den 80ern ihre stimmlichen Fähigkeiten in nahezu allen Stilrichtungen der internationalen Popmusik bewiesen.
Leider wurden in den letzten Jahren auch von Jennifer Rush immer neue, unnötige Billig-CDs mit teilweise haarsträubender, unvollständiger Tracklist unter der irreführenden Bezeichnung "Best of" oder "Hit Collection herausgebracht. Keine davon ist jedoch ihres Titels würdig. Die vorliegende CD "The Power of Jennifer Rush" aus dem Jahr 1991 ist somit nicht nur die erste, sondern bis heute auch einzige würdige Hitsammlung, da sich hierauf sämtliche Singles befinden, mit denen Jennifer Rush in den 80er Jahren in den deutschen Charts vertreten war. Wer abwechslungsreiche Popmusik mit Elementen vieler Genres von Oper bis Dance sucht, dargeboten von einer erstklassigen Sängerin, der sollte hier unbedingt zugreifen.