...aber haben sie diese Platte überhaupt gehört? Schlaftrunken? Vergaloppieren? Da waren doch entweder Drogen oder schlechter S.. am Vorabend im Spiel, gewisslich?
Nun ja, Geschmack ist Geschmacksache, und damit lassen wir es auch gut sein. Dieses Album jedenfalls ist alles andere als "zu zurückhaltend" oder "einschläfernd", sondern birst vor musikalischer Energie, die sich eher im Leisen konzentriert und über Spielfreude und facettierte Harmoniearbeit entlädt, als über Lautstärke und Uptempo. Man muss (New) Folk noch nicht mal innig lieben, um das zu erkennen. Vom grandiosen "Dead American Writers" mit seinem schnörkellosen Drive bis hin zu dem zum Dahinschmelzen schönen, Gänsehaut und aller tiefste Emotionen hervorrufenden "Pieces" habe ich seit langem kaum etwas emotional Involvierenderes gehört - ich bin gespannt, ob 2010 noch ein Album kommt, das "The Place We Ran from" noch von meinem Thron "Platte des Jahres" stoßen kann...
Ach ja, und klanglich ist die LP allererste Sahne, sehr gute, rauschfreie Pressung auf schwerem Vinyl, und die Aufnahmen fanden weitgehend live im Studio statt - das hört man.