Crystal Breed - The Place Unknown
Lies
Los geht es mit einer schönen Synthie-Sequenz, schön arrangiert mit Klavier,
sehr rockigen Gitarren, gestützt auf einem soliden Bass & Drums Fundament.
Der Song ist sehr verspielt, schön melodisch, der Refrain könnte von Brian
Connolly eingesungen wurden sein. Dazu sehr schöne Synthie Klänge, alles
sehr außergewöhnlich arrangiert. Man entdeckt immer was Neues, es wird einfach
nicht langweilig. Der Text verschmelzt mit der Musik.
Floating On Waves
Schöne akustische Klänge, gepaart mit einem kristallklarem Gesang eröffnen
diesen Song. Dann geht es nach einem Break locker zur Sache, mit Tempiwechsel,
schönem mehrstimmigen Gesang flattert der Song unterstützt mit Tremologitarre
zum nächsten Song. Der Text und die Musik bilden auch hier eine Symbiose.
Urplötzlich wird man aus dem Thema herausgerissen und mit einem Honky Tonk
Piano in eine andere Sequenz des Songs herüber genommen die in dem Refrain wieder schön ausläuft.
The Place Unknown
Der Titelsong kommt mit einem schönen verspielten Lauf von Gitarre, Bass und Orgel, deren Betonungen von den Drums mitgespielt werden. Dazu Backings, dass
man meint, es könnte dort "ELP" am Werke sein. Dazu schöne Stakkatos von der Gitarre, natürlich so was von präzise gedoppelt. Auch dieser Song besticht durch ein ausgefeiltes Arrangement mit sehr schönen Vocals, einem wunderschönen Refrain.
Progressive Rockmusik vom Feinsten, die ständig zu überraschen versteht.
Absolut ungewöhnlich, undurchsichtig und bestechend liebevoll gemacht. Der Soloteil erinnert an "Dream Theater", ohne dieses nervende Gitarrengewichse,
das selbst Gitarristen nicht verstehen. Niklas spielt sehr virtuos, ohne die Nerven des Hörers mit superschnellen Flitze-Skalen zu strapazieren.
Move
Eine traumhafte Einleitung, gespielt mit einer klassischen Konzertgitarre, zusammen mit schönem Gesang, so beginnt dieser Song, dessen Arrangement immer voller wird, durch Zugabe von Klavier, E-Gitarre, Streichern, wohlgemerkt ein echtes Streichquartett. Dieser Song könnte glatt aus einem Musical stammen, so wunderschön ist er arrangiert. Zweistimmige Gitarrenmelodien im Hintergrund erinnern an Queen. Ein wunderschöner Titel der absolut konform mit dem Text läuft.
Musik ist nichts anderes als der Ausdruck von Gefühlen. Dieser Song bringt es auf den Punkt.
Rockstar Wannabe
...wird eröffnet mit echten Bläsern, klingt nach Drama, belehrt uns dann eines Besseren. Schöne Melodien öffnen die Türe zu einem sehr komplexen Song, der von Trennung spricht und dem Hörer zeigt, das da ein Thema mit abgeschlossen ist. Das, wieder mal, ausgefuchste Arrangement überzeugt durch Wechsel der Klangfarben, der Instrumente und der Stimmungen. Der Text wird hier nicht untermalt, wieder gelingt es Crystal Breed eine Symbiose zu vollenden. Scheiße, der Gegentakt eben hat mich aus dem Konzept gebracht, da war der Bruch, da kam die Erkenntnis, dass es besser ist, eigen Wege zu gehen. Eingeleitet wird dieses Gefühl
wieder durch Bläser, die ein wenig Traurigkeit mitschwingen lassen.
Der Song endet dann mit einer Phase, die Hoffnung verspricht, man schaut zuversichtlich in die Zukunft. Koppkino pur.
No turning back
Ein Klavierintro eröffnet dieses Werk, die erste Strophe wunderschön melodisch gesungen, die zweite erscheint wie durch eine Dose. Die Beatles haben es vorgemacht, Crystal Breed verfeinert es noch und richten ihre Augen nach vorne. Auch hier wird wieder klar, es gibt keine Weg zurück. Toll, wie die Musiker es verstehen, den Hörer mit auf die Reise zu nehmen um ihn in eine wunderbare Klangwelt zu entführen.
Back to your Mom
Ein brachialer, chaotisch anmutender Song, der seine klare Linie geschickt verbirgt, mit einem Drive, der den Füßen das Mitwippen nicht verbieten kann. Die ganze Nummer erzählt von Außenseitern, von großen Jungs, die besser nach Hause gehen sollten. Dieses wird in einem, wie sollte es auch sonst sein, ausgefuchsten Arrangement musikalisch umgesetzt. Bei der Zeile 'Run away' kann man denjenigen, der rennt förmlich sehen. Niklas' Stimme überzeugt durch Höhe und Klarheit.
Worshiper
Der Song, der mich noch im November letzten Jahres in Dortmund aus den Socken gehauen hat, kommt hier neu aufgenommen mit einer so starken Energie rüber, die einen förmlich in Trance versetzen vermag. Präzise gespielte Gitarrenläufe, gnadenlos gute Auflösungen einzelner Passagen, gestützt durch ein solides Fundament, welches keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt.
Words of Silence
...geht nahtlos vom Worshiper über einen schönen Streichersatz zu einem schönen
Abschlusswort über, das durch seine schöne Gesangsmelodie den Hörer verzaubert.
Getragen von Klavier, Gitarre und erstklassigen Streichersätzen nimmt der Song einen mit in die Stille der Worte, die Entspannung verspricht.
Der einzige Song des Albums, der "konventionell" durchläuft, jedoch mit so eine Intensität, die begeistert. Der Gimmick am Ende: das Herunternehmen der Füße von den Pedalen des Klaviers. Ich habe erstmal zur Tür geschaut, ob da jemand hereinkommt.
Was schreibt der eigentlich für'n Mist, mag der ein oder andere denken. Ich habe das Album während ich schrieb noch mal intensiv gehört. Meine geschriebenen Worte spiegeln meine Wahrnehmung wieder.
Fazit:
Crystal Breed verstehen es 50 Jahre Rockmusik unter einen Hut zu bekommen, ohne dabei zu kopieren. Man hört bei jedem erneuten Hören dieses Albums immer wieder neue Einflüsse, wobei ich recht erstaunt bin, dass so junge Musiker diese Art der Musik überhaupt kennen.
Das Album klingt absolut frisch und zeitgemäß, ohne die Wurzeln zu verleugnen.
Die Band klingt wie...
...Moment, mir fällt der Name gleich ein..
CRYSTAL BREED