Dieser Anime behandelt vorab ein ungewöhnliches Thema und daher wusste ich nicht genau was auf mich zukommt als ich ihn mir das erste mal ansehen wollte, zuvor habe auch keine genauere Inhaltsangabe im Internet oder einer Zeitschrift gelesen. Hinterher, eigentlich schon bereits beim zuschauen war ich jedoch positiv überrascht. Die Figuren waren sehr schön animiert und die Aufnahmen von der Landschaft sahen teilweise grandios aus, an manchen Stellen war das Bild ein wenig grell jedoch wirkte es sich keinesfalls störend aus und verschaffte somit einen strahlenden Eindruck von der Szene.
The Place Promised in Our Early Days handelt in von zwei Jungs aus Aomori die während ihrer Schulzeit enge Freunde geworden sind und neben dem Lernen noch gelegentlich bei einem Waffenhersteller arbeiten der ein Zulieferbetrieb vom amerikanischen Militär ist. Darüber hinaus tüfteln beide in ihrer knappen Freizeit und besonders in den Ferien an einem Flugzeug und sind ständig dabei dort ihr gesamtes verdientes Geld rein zu stecken. Zu beginn der Geschichte begegnet einem von ihnen einmal ein Mädchen aus der Parallelklasse nach Schule mit dem beide Jungs sich später nach und nach anfreunden. Ihr Name lautet Sayuri, sie ist noch etwas kindlich naiv und macht einen lieben und vor allem fröhlichen Eindruck. Alle drei besuchten vor den Ferien die achte Klasse, als letzte Jahr auf der Mittelschule.
Die Handlung ist zunächst wenig Actiongeladen und fast ohne Gewalt, außerdem hat der Anime eine ruhige Erzählweise und ist durchgehend mit passender Musik untermalt. Ich halte die Vergleiche mit Filmen aus dem Studio Ghibli nicht nur daher für durchaus angemessen. Was ich auch nebenbei begrüße ist das die Figuren im Gegensatz zu einigen Serien die im Kinderprogramm laufen relativ normal gezeichnet sind.
Allerdings spielt dieser Anime in einer anderen Welt wenn nicht gar anderen Dimension was auch im weiterem Verlauf vorsichtig angedeutet wird. Denn Japan wurde einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg geteilt, zwar nicht in Ost und West wie Deutschland dafür in Nord und Süd wie sein Nachbarland Korea. Die nördliche Insel die früher Hokkaido hieß und von dem übrigen Land abgespalten wurde scheint technisch weiterentwickelt zu sein. Um das zu demonstrieren haben die Einwohner einen Protzbau praktisch direkt vor die Nase der südlichen Insel gestellt. Dabei handelt es sich um einen riesigen Turm der weit über einen Kilometer hoch ist und bis in die Wolken zu reichen scheint und sogar von der Hauptstadt aus bei klarem Wetter zu erkennen ist. Beide Jungs haben sich zum Ziel gemacht mit ihrem Leichtflugzeug zu diesen Turm auf die Nordinsel zu fliegen und dabei dem feindlichen Radar auszuweichen. Doch leider wird dieser Traum vorerst nicht in Erfüllung gehen. Beide Freunde verlieren sich aus den Augen als einer beschließt nach Tokio auf eine höhere Schule zu gehen unter anderem weil er den ständigen Anblick von diesen Bauwerk nicht ertragen kann. Der andere entscheidendere Grund ist das ihre gemeinsame Freundin Sayuri zuvor, während ihrer glücklichsten Zeit unerwartet verschwunden ist. Erst nach drei Jahren erfährt Hiroki, der nun in Tokio lebt die wahren Hintergründe ihres Verschwindens und beschließt daraufhin in seine Heimatstadt zurück zu kehren, gleichzeitig steht Japan erneut vor einem Krieg...
Wer den Film mochte und ihn sich sogar kaufen möchte kann das in diesem Fall ohne Weiteres tun. Von technischer Seite ist die DVD nicht zu beanstanden. Lediglich das Cover Artwork der amerikanischen Auflage sieht im Verglich hierzu ein wenig schätzenswerter aus. Die Bildqualität ist nahezu an der Perfektion was insbesondere bei japanischen Filmen nicht immer selbstverständlich ist. Im Internet war auf der offiziellen Seite und auch bei amerikanischen Händlern eine Spieldauer von 90 Minuten angegeben. Jedoch dauert der Anime mit Abspann nicht einmal 87. Ich vermute dennoch nicht das er irgendwie gekürzt oder zensiert ist sondern eher im korrekten PAL Format aufgezeichnet wurde was den Spielfilm minimal schneller wiedergibt und er von keiner schlechteren NTSC Vorlage stammt was in Japan normaler Weise Standart ist. Dies hätte sich in einer langsameren Wiedergabegeschwindigkeit und geringerer Bildqualität bemerkbar gemacht. Neben dem guten Bild den die deutsche Auflage zu bieten hat befinden sich noch einige Interviews auf der DVD. Im ersten kommt Regisseur Makoto Shinkai (12 min) zu Wort der hier einige Details der Produktion verrät, das nächste ist mit Hiroki-Sprecher Hidetaka Yoshioka (9:45 min) dann folgt noch ein Gespräch mit der sympathischen Sprecherin Yuka Nanri die Syuri ihre Stimme geliehen hat mit 12 min Länge und zum Schluss noch eine Unterredung mit Takuya-Sprecher Masato Hagiwara die 11 min dauert und ich am lebhaftesten in Erinnerung habe. Ein Making of dagegen sucht man hier vergeblich, offenbar lassen sich die Produzenten ungern über die Schulter schauen. Auf der deutschen DVD befindet sich dafür noch exklusiv ein japanisch Sprachkurs mit dem man die wichtigsten Begriffe lernen kann wenn man sich die Zeit dazu nimmt. Als einzigen kleinen Kritikpunkt finde ich es schade das Amazon an dieser Stelle keine Informationen beispielsweise über die Zusatzausstattung der DVD bekannt gibt und dem Kunden die Detektivarbeit überlässt.