Trotz der "Rezension" Volker von Allmens habe ich die Kassette mit den 12 CDs gekauft, weil ich mich einfach darauf verlassen habe, dass der ausgewiesene Mozartspezialist Murray Perahia Seichtheit beim schlechtesten Willen nicht produzieren kann. Und das ist auch nicht der Fall. Alle Konzerte, die in dem langen Zeitraum von 1976 - 1984 entstanden, sind ausgezeichnet interpretiert.
Ich habe immer ein wenig Probleme damit, wenn der Solist gleichzeitig auch noch das Dirigat hat, ist doch die Konzentration geteilt; aber wahrscheinlich ist das Gestalterische schon vor der Aufnahme so akkurat einstudiert, dass das Orchester, das ausgezeichnete English Chamber Orchestra, auch ohne Einsatz seinen Weg findet. Und der Vorteil ist, dass der Solist seine eigene Interpretation zu Gehör bringen kann, sich nicht einem Dirigenten unterwerfen oder zumindestes Konzessionen machen muss. Und wenn das ein Murray Perahia ist, kann nichts schief gehen. Ich habe ihn bei den Festwochen 2012 auf Teneriffa mit dem Orchester St. Martin-in-the-Fields auch in dieser Doppelfunktion mit einem Klavierkonzert von Beethoven erlebt und war begeistert. Er konnte es vor 30 Jahren schon und heute auch noch.
Fazit: Technisch brillante und emotionial tief ausgelotete Interpretation der Konzerte Mozarts in dessen Geist und dann noch für diesen Preis - da kann und sollte man nicht widerstehen und ZUGREIFEN!