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5.0 von 5 Sternen
Der härteste Film, den ich je gesehen habe, 27. November 2003
Zu meiner Schande muss ich mir eingestehen, dass "Der Pianist" während seiner Kinoaufführung mir völlig entgangen ist. Erst als ich von einem Freund erfahren habe, dass der Hauptdarsteller ("irgend so ein hagerer Typ namens Adrien Brody", Zitat des Freundes) den Oscar gewonnen hat, wurde ich auf den Film aufmerksam und hatte noch das Glück, ihn in einem Programmkino zu bestaunen. Was ich da sah, ist nach Spielberg's "Schindler's Liste" eine der bewegensten Holocaust-Dramen, die bis jetzt gedreht wurden. Die besten und zugleich schockierensten Szenen sind die, in denen kaum ein Wort fällt. Der Hauptdarsteller vermag mit seinem ausdrucksstarken Mienenspiel jeden in seinem Bann zu ziehen und vermittelt durch sein Schweigen das, was nicht gesagt wird und was man auch nicht in Worte fassen kann: Gedanken, Emotionen und die Hoffnung auf Frieden. Sein Schicksal lässt niemanden auch nur eine Sekunde kalt. Man leidet mit ihm, spürt die Angst und die Verzweiflung, die ihn plagen, seinen Hunger, die beißende Kälte seiner Umgebung, und wenn er davon träumt, wieder auf einem Klavier zu spielen, so hoffen wir, dass der Traum eines Tages in Erfüllung geht. Der Film ist zweifellos ein Meisterwerk. Schon allein wegen des brillianten Spiels von Adrien Brody ist der Kauf dieser DVD wert. Durch das Making-of in der 2 Disc wird einem klar, mit welchen Ambitionen und mit welch Akribie jeder am Set gearbeitet hat, sodass es fast an Besessenheit und Selbstverstümmelung grenzt. Roman Polanski und seiner Crew ist es gelungen, einen Film zu erschaffen, der das Grauen des 2. Weltkriegs dem Publikum auf eine Weise näher bringt, die das Vergessen umso schwerer macht - und genau das ist der Sinn dieses Films.
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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der intensivste aller Holocaust-Filme, 13. November 2003
Roman Polanski ist es gelungen, den bis dato zum Monument des Grauens erkorenen "Schindlers Liste" bei weitem zu übertreffen. Als ich "Der Pianist" sah, erkannte ich erst, wie "harmlos" und glatt dagegen Spielbergs Version wirkte. Polanski zeigt den Horror jener Zeit realer: Dreck, Demütigung, unvorstellbare menschliche Grausamkeit. Dabei spielt der Meisterregisseur so virtuos mit den Emotionen, wie ein Spielberg (obwohl ein von mir hoch geachteter Meister)es nie mit diesem Stoff zu bringen vermag. Ein Grund dafür mag die unmittelbare Erfahrung Polanskis mit dem Warschauer Ghetto sein. Nur durch die persönliche Anteilnahme an diesem Grauen konnte der Regisseur das definitive Bild dieser Zeit erschaffen. Ihm gelang es, das Portrait des Pianisten gleichzeitig subtil in Szene zu setzen und leise Zwischentöne, Gesten und Mimik zu einem der gehaltvollsten Filme dieses Jahrhunderts werden zu lassen. Adrien Brodys Spiel ist von großer Intensität, die im Verlauf des Films Ausmaße erreicht, das dem Zuschauer eine Gänsehaut überkommt. Allein jene Szene, in der Szpilman in einer Wohnung Unterschlupf findet, in der ein Klavier steht, zeigt das Können des Regisseurs für die Feinheiten und das Fingerspitzengefühl: Um nicht auf sich aufmerksam zu machen, ist ihm das geliebte Klavierspiel tabu. Aber er setzt sich dennoch an das Instrument, und in dem Moment, in dem er scheinbar die Tasten anschlägt, erklingt ein Klavierstück, und Szpilman täuscht die Fingersätze nur vor. Diese Szene ist das Eindrucksvollste, was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Zu Recht erhielt er für diese Leistung den "Oscar". Die "Deluxe Edition" bietet Klasse statt Masse, und ist dem Film würdig. Die Musik-CD bietet dem Interessierten wunderbare Stücke, um die Bilder des Films noch später immer wieder einzuprägen.
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53 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
sehenswertes Holocaust-Drama, 6. Oktober 2005
War Schindler's Liste" d a s Holocaust-Drama der 90er, so ist es Der Pianist" wohl in diesem Jahrzehnt, und beruht ebenfalls auf einer wahren Begebenheit. Auch diesmal hat sich kein Unbekannter an das heikle Thema herangewagt: Roman Polanski ist nicht nur ein renommierter Regisseur - er ist vor allem selbst gebürtiger Pole, und hat als kleiner Junge praktisch seine gesamte Familie im KZ verloren. Durch den persönlichen Bezug geht der Film noch mehr unter die Haut, obwohl (oder gerade weil) Polanski es vermeidet zu urteilen, und auch sein wunderbarer Hauptdarsteller (Oscar-Gewinner Adrien Brody) den polnisch-jüdischen Pianisten Wladislaw Szpilman als zurückhaltenden, stillen Charakter anlegt.
Dass Der Pianist" sich im Unterschied zu Schindler's Liste" auf ein Einzelschicksal konzentriert, lässt einen noch unmittelbarer an der Geschichte teilhaben und die Auswirkungen der Nazi-Greuel auf eine Person nachvollziehen. Was den Film ausserdem auf den ersten Blick von Steven Spielberg's Drama unterscheidet, ist die Photographie. Während Schindler's Liste" in Schwarzweiss gehalten ist und stark an Dokumentar-Material aus dieser Zeit erinnert, hat Pawel Edelman für diesen Film wunderschöne satte Brauntöne mit einem Hauch von Sepia - die Farbe alter verblichener Fotos, die Farbe der Vergangenheit - gewählt.
Der Zeitrahmen erstreckt sich in Stationen über die gesamte Dauer des 2. Weltkrieges am Schauplatz Warschau. Die allmähliche Diskriminierung der Juden, die Errichtung des Warschauer Ghettos, die sadistische Willkür deutscher Soldaten, und schliesslich die Deportation ins KZ werden so gezeigt, wie sie wohl aus dem Blickwinkel eines Einzelnen oder einer Familie erscheinen mussten. Anfangs glaubt man noch an Schikane, doch dieser Glaube weicht allmählich dem stillen Entsetzen und der Gewissheit, dass es Hitler um die Auslöschung des gesamten Volkes ging.
Der hagere Adrien Brody entwischt den Nazis ein ums andere Mal, und doch bestätigt es jedes Mal nur eines: die unerträgliche Isolation eines Menschen auf der Flucht, und seine Abhängigkeit vom Goodwill anderer Leute. Ein gutes Drittel des Films verbringt man schliesslich mit dem Protagonisten alleine: verschanzt in irgendwelchen Kellern, eingesperrt in leerstehende Wohnungen, durch die verlassene und zerbombte Geisterstadt Warschau irrend - hungernd, frierend, an Gelbsucht erkrankt, einen Hörsturz erleidend. Wir erleben seine Verwandlung von einem sanftmütigen & zurückhaltenden Menschen in ein ausgemergeltes, gepeinigtes Wrack, dessen grösstes Ziel das Öffnen einer Konservenbüchse ist, welche er wie einen Goldschatz hütet.
Fazit: Durch die Holocaust-Thematik sowieso ein Pflichtfilm, und ein sehr guter noch dazu.
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