Mein Interesse geweckt an diesem Buch hat die riesige Werbung auf vielen Litfasssäulen für die deutsche Version. Klang spannend, gruselig und nach einem Buch, das mir gefallen würde. Aus vielerlei Gründen habe ich aber lieber die englische Originalversion gekauft.
Die Armee der USA macht geheime Versuche an (12) Todeskandidaten und aus welchen Gründen auch immer an einem 6-jährigen Mädchen (Amy). Herauskommen sollen stärkere, schnellere Soldaten, die schwerste Wunden schnell heilen können und lange leben. Wie es aber immer soläuft,gehtdas Experiment schief, und plötzlich gibt es nicht mehr über 300 mio. Amerikaner, sondern 40 mio. "Virals" (= vampirähnliche Kreaturen) und nur noch wenige Nichtinfizierte.
Ca. 100 Jahre später müssen diese Überlebenden (bzw. ihre Nachfahren) nach Möglichkeiten suchen, weiterzumachen, denn vor allem Strom wird knapp, die Verteidigungsmechanismen versagen. Dann taucht Amy auf, nun nicht mehr 6, sondern im Teenageralter, und hilft mit ihren besonderen Kräften dabei, die Reise zu überleben. Unterwegs treffen sie auf andere Überlebende, die Reste der Armee und schließlich auf den schlimmsten (der 12) Anführer der Virals. Ob und wie sie es schaffen, das zu überleben, ist Teil dieses Buches und teilweise im nächsten Band angelegt.
Zusammengefasst:
An vielen Stellen erinnert Cronins Buch an Stephen Kings "The Stand", allerdings ist es oftmals mehr Eindruck als wirkliche Tatsache. Cronin ist nicht ganz so grafisch in seinen Umschreibungen und lässt den Ekel, für den King ja berühmt ist, eher weg, sondern läßt dem Leser seine eigene Vorstellungskraft. Gut gefallen, aber gleichzeitig auch etwas verwirrend sind die vielen Schwenke auf unterschiedliche Zeiten und Sichtweisen, man muss ab und zu wirklich aufpassen, dass man nicht den Faden verliert.
Dabei gibt es einige Charaktere, mit denen man mitfiebert, natürlich Amy, aber auch Theo, Mausami, Alicia, Peter, usw., und bei denen man immer hofft, dass ihnen nichts zustößt. Wobei das Ende von diesem Band wirklich fies ist, denn gerade bei einigen der Hauptfiguren gibt es ein abruptes Ende, von dem man nicht weiß, ob es sich noch auflösen wird oder nun wirklich zu Ende ist.
Wer auf Endzeit-Romane steht, etwas mit Infizierten/Vampirähnlichen anfangen kann und sich nicht an dem manchmal etwas ausschweifenden (aber literarisch gut zu lesendem) Stil Cronins stört, der wird The Passage mögen!