Rezension
Skagottväterchen LAUREL AITKEN ist ja schon ein älteres Haus und hat laut Info seine erfolgreichsten Jahre auch hinter sich: 1968-72, da soll er zum jamaikanischen Reggae-Hohepriester geworden sein. Abgesehen davon, daß ich vom Reggaekult keine Ahnung habe und immer nur an Babylon oder Haile Selassie denke, welcher aber wohl auch als reiner Sympathieträger nicht durchgeht, trifft es sich ja gut, daß diese besten Jahre des Mr AITKEN auf dem "Nu"-Label fixiert wurden, welches wiederum zum "Pama"-Label gehört und daher .... Nun ist es also raus: Das hier ist eine Quasi-"Early Tapes"-Compilation (eine Art wohlgemerkt, weil der Hohepriester damals schon zehn Jahre dabei war und es sich hier auch nicht um Tapes handelt), welche ich von den wenigsten Artisten schätze, weil sich da gerne vormalig aus guten Gründen Verborgenes findet. Und bei LAUREL? Ein Fundus von bisher unveröffentlichten B-Seiten oder auch ganzen Singles ist hier zu finden, gekrönt von einer "Anzahl eher kommerzieller Love-Songs, die seine Musik einem größeren Publikum zugänglich machen sollten." Ehrlichkeit, wem sie gebührt, für mich zieht dieser Reggae urjamaikanischer Art nicht viel, vor allem nicht, weil die vielbeschworene Authentizität hier a.k.a. recht bescheidene Aufnahmequalität nach Early-Tape-Art dem Hörgenuß nicht sonderlich förderlich ist. Das Teil hat aber den einen oder anderen Genreklassiker drauf ("Scandal In A Brixton Market", "Reggae Popcorn"), den man schon mal - in besseres soundliches Gewand gehüllt - gehört hat und sich dessen gerne erinnert. Fazit: Fans probechecken, ob das Teil wirklich Value-for-money-Charakter aufweist und unbekannte Perlen beherbergt.
Folke Schneider / © Intro - Musik & so
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