ZUR SERIE:
Nach dem phänomenalen "Band Of Brothers" waren die Erwartungen an "The Pacific" sehr hoch; vor allem, wenn man weiß, dass sich wieder Steven Spielberg und Tom Hanks als (ausführende) Produzenten verantwortlich zeigen. Folglich wird "The Pacific" oftmals als "Band Of Brothers"-Nachfolger bezeichnet. Zum einen werden jedoch zwei voneinander unabhängige Phasen des 2. Weltkriegs erzählt, zum anderen sind auch die Charaktere vollkommen andere. Folglich ist "The Pacific" ein eigenständiges Werk - und ein sehr gutes dazu!
Für uns Europäer ist der Pazifikkrieg eher eine Randnotiz des 2. Weltkriegs. Es ist daher vermutlich auch schwerer, unser Interesse an dem Thema zu wecken. Es lag jedoch eher an der Inszenierung selbst, dass ich mich erst ab den Folgen drei und vier mit der Serie anfreunden konnte. Davor wurden die Protagonisten so unvermittelt ins Kriegsgeschehen geworfen, dass ich als Zuschauer keine Zeit hatte, mich mit ihnen vertraut zu machen. Erst ab den besagten Folgen, die inhaltlich aus dem Rahmen fallen und sehr ruhig erzählt werden, können die wichtigsten Charaktere dem Zuschauer auch richtig ans Herz wachsen. Überhaupt muss ich sagen, dass "The Pacific" vor allem in den ruhigen Augenblicken besonders gut ist.
"Band of Brothers"-Fans werden vermissen, dass nicht durchgängig die Geschichte einer verschworenen Kampfeinheit erzählt wird. Vielmehr stehen die Geschichten um mehrere Soldaten im Mittelpunkt: im Kampf, im Heimaturlaub, auf Werbetour für den Verkauf von Kriegsanleihen. Das mag manchem Zuschauer nicht gefallen. Ich jedoch finde diesen differenzierten Blick auf die Soldaten des Pazifikkriegs sehr interessant.
Bei der Darstellung der Kämpfe - von Guadalcanal bis Iwo Jima - hat vor allem bei den Landungsaktionen stilistisch offensichtlich Spielbergs "Saving Private Ryan" Pate gestanden. Manche Szene könnte gar direkt aus dem Film stammen. Ob jedoch der Grad der Gewaltdarstellung so extrem hoch sein muss wie in "The Pacific", möchte ich bezweifeln. Es wird so ziemlich jede Kriegsverletzung, die man sich im Geiste ausmalen kann, auch gezeigt. Dies steigert sich im Verlauf der Serie mit jedem besuchten Kriegsschauplatz. In der Schlacht auf Iwo Jima schließlich, werden meiner Meinung nach dann die Grenzen des Erträglichen erreicht und teilweise überschritten, da auch das Leid der Zivilbevölkerung nicht nur erwähnt, sondern in sehr, sehr heftigen Bildern gezeigt wird. Ich persönlich musste dann auch bei mehr als nur einer Szene schlucken... FSK 16??? Eindeutig zu niedrig!
ZU DEN BLU-RAYS:
Technisch macht die Blu-Ray alles richtig. Sowohl Bild als auch Ton sind hervorragend. Dies ist umso bemerkenswerter, da es sich bei "The Pacific" um eine Fernsehproduktion handelt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass hier eines der bisher qualitativ besten HD-Bilder überhaupt geboten wird. Wenngleich die Extras quantitativ nicht begeistern, so werden doch sehr interessante Hintergrundinfos zum Pazifikkrieg geboten.
Gesamtfazit:
"The Pacific" ist inhaltlich und vom Handlungsaufbau her kein "Band Of Brothers". Die Serie beginnt sehr schwach, steigert sich jedoch spätestens ab Folge 4 spürbar, wenngleich auch danach noch der ein oder andere Hänger vorhanden ist. Da zudem die Blu-Ray eine hervorragende Qualität bietet, kann ich nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen!