"I care about what hardcore fans think, but they lose me when they ask me to just repeat myself. [...] If you cant [handle the diversity of The Outsider, d.A.], then no hard feelings...dont buy the record. Jabbering on and on about it only makes me think youre shook by the future and cant keep up. If youre tired, get some water, player! Im moving on."
So äußerte sich Josh Davis Anfang August bezüglich seines soeben erschienen Albums 'The Outsider'. Die Warnung war also ausgesprochen. Oder sollte es ein erster Schritt in Sachen offensive Verteidigung sein um allen Kritikern vorzeitig den Wind aus den Segeln zu nehemen? Wie seine Aussage einzuschätzen ist, hängt sicher mit dem Ge- respektive Missfallen des Werkes zusammen.
Erstaunlich ist es nun schon nach Kauf des Albums lediglich hinter einem Song ein '(Instrumental)' zu finden, dafür jedoch hinter nahezu allen anderen Tracks ein 'feat.'. Vorweggenommen: Das ist einer der wenigen Kritikpunkte. Wenn ich ein Rap-Album haben will, ist DJ Shadow nicht meine erste Adresse.
Und ja, das Album ist anders als alles bisher von DJ Shadow gehörte, und ja, DJ Shadow offenbart einen ungewohnt starken Hang zu MCs und Vollblut-HipHop-Songs. Zwischen all dem beatlastigen tummelt sich aber noch einiges bemerkenswertes. In mehreren Songs qualifiziert Davis sich als songwriting DJ, womit er seine ja längst bekannte musikalische Klasse einen Schritt direkter als bisher in die Tat umsetzt. Bluesige, glasklare Gitarrenmelodien geben ein ums andere mal zu verstehen, dass Shadows Welt aus mehr besteht als der exzessiven Sample-Klangarchitektur. Das bemerkenswerte dabei. Er hält ein weiteres Versprechen (nachzulesen unter http://www.djshadow.com/digest/): Jeder Song für sich ist absolut eigenständig und glaubwürdig. Es handelt sich nicht um Songs mit Folk- oder Blues-Einfluss, es sind Folk- und Bluessongs. Genau das macht dieses Album so hörenswert.
Hinzu kommt eine ins perfekte getriebene Produktion der 18 Songs. Jeder Sound sitzt, keine Frequenz lässt zu wünschen übrig, alles hat seinen Platz. Und das gilt sowohl für für derbe Beats und Basslines bei Songs wie '3 Freaks' als auch für Akustikgitarren, Streicher und zarte Stimmen, zu finden in 'What have I done'. Eher nicht zu empfehlen, 'The Outsider' mit asseligen PC-Boxen zu hören. Zu viel Detailreichtum sitzt hier verborgen.
Finaler Ratschlag: Keine Erwartungen hegen. Frühere DJ Shadow Alben kurzfristig aus dem Gedächtnis streichen. Wie das Album hernach bewertet wird steht zwar auf einem anderen Papier, nur ist es hier eher abträglich, Schablonen anlegen zu wollen. Und seien es von Shadow selbstgeschaffene.