Die Zeit: unmittelbare Nachkriegszeit. Der Ort: ein großes Haus irgendwo in England. Die Bewohner: die Hausherrin und Mutter (Nicole Kidman), sowie ihre beiden Kinder Annie und Nicholas, die beide an einer extremen Lichtallergie leiden und somit ihr Leben in fast vollkommener Dunkelheit und Isoliertheit verbringen müssen. Das Geschehen: Sie wohnen nicht alleine in diesem Haus. Die Anderen sind ebenfalls da. Nicht immer für sie sichtbar, aber die meiste Zeit zumindest für sie spürbar. Ihr Anliegen: Sie wollen das Haus für sich allein haben. Das Horrorszenario ist perfekt und könnte gar nicht besser sein, könnte man an dieser Stelle meinen. Aber: das ist noch lange nicht alles! An dieser Stelle sind wir erst in der Mitte der Handlung angelangt, denn es folgt eine ziemlich geniale und unerwartete Wendung, die den Film erst auf das Niveau erhebt, das er verdient: ein waschechter 5-Sterne-Film!
Gruselig? Nicht in dem Sinne, wie man es vielleicht am Anfang erwartet. Der Film ist eher auf psychischer Ebene schockierend und durch geniale Musikeffekte und Kameraführungen wird mit den Zuschauern stellenweise richtig gut gespielt. Die Musik spitzt sich zu, man erwartet - wie das bei traditionellen Horrorfilmen ja durchaus der Fall ist -, dass jeden Moment ein Schocker kommt, aber nichts passiert. Gleiches Spiel mit der Kameraführung. Das Blut gefriert einem schon, weil man erahnt, dass jeden Moment etwas ganz Grausiges ins Bild treten müsse, aber auch dem ist nicht so. Dann wieder, an recht unerwarteten Stellen, passiert dann plötzlich doch etwas und das können die normal unbeängstigsten Dinge der Welt sein - in diesem Film lassen sie die Herzen der Zuschauer schneller schlagen. So wie mit dem Zuschauer gespielt wird, scheinen Die Anderen auch ihr Spiel mit den Bewohnern des Hauses zu spielen. Sind sie nun gut oder böse? Was wollen sie eigentlich?
Zunächst kann nur Tochter Annie Die Anderen wahrnehmen und sehen, aber weil sie eine Neigung dazu hat, Dinge zu erfinden, die gar nicht wahr sind, glaubt ihr zunächst niemand. Schließlich schafft sie es, ihren kleinen Bruder zu überzeugen und dann beginnt auch langsam ihre Mutter, ihnen zu glauben. Mehr sollte ich zu der Handlung aber nicht sagen, denn sonst bleibt der große Wow-Effekt aus, wenn es zu der großen Wendung im Film kommt. Stellenweise kann man es beim Sehen des Filmes sicherlich immer mehr erahnen, aber dennoch ist es am Ende eine große Überraschung und gerade das macht den Film so besonders und so fantastisch. Man fiebert mit, man will endlich wissen, wer Die Anderen sind und was sie wollen, immer weiter wird man hingehalten, um dann am Ende eine Aufklärung zu erfahren, die unerwarteter kaum sein könnte.
Mein größtes Lob geht also an die geniale Kameraführung und die tollen Bilder, die uns damit geliefert werden. Dazu die brilliante, perfekt zu den Bildern passende Musik, die ein weiterer Spannungsgarant ist. Weiterhin ein riesiges Lob an die tolle Geschichte, mit interessantem Ausgang. Einfach toll! Ebenso loben muß man aber auch die beteiligten Schauspieler. Vor diesem Film konnte ich Nicole Kidman eigentlich absolut nicht leiden, aber mit ihrer Leistung in „The Others" hat sie sich doch so einige Sympathiepunkte bei mir eingespielt.
Meine Empfehlung an alle Spannungs-Kino-Fans: The Others gucken!!!