"DAS OSTERMAN WEEKEND" ist ein sträflicherweise unterschätzter Streifen.
Eines der zentralen Themen ist die absolute Überwachung per Kamera ohne Zufluchtsbereich - ein Verfahren, daß später im Entertainment-Bereich als "Big Brother"-Format Einschaltquoten sprengen würde, hier natürlich nicht der Unterhaltung unbeteiligter Dritte dient, sondern vielmehr Teil eines perfiden Psycho-Spiels und Racheplans ist.
Allein da war der Film seiner Zeit weit vorraus - und vielleicht war es genau dieser Aspekt, der einiges Unbehagen hervorgerufen hat, sowohl bei Kritikern als auch beim Zuschauer, da dies einfach noch unvorstellbar war - die komplette Überwachung und Verlust der Privatssphäre.
Klasse besetzt mit Hauer, Hopper, Lancaster, Hurt, Nelson und vielen anderen bekannten Gesichtern, mit einer guten Story und ein paar richtig schönen Härten - ein echter Peckinpah.
Nicht sein Bester - aber leider sein Letzter.
Lalo Schifrin schrieb einen Soundtrack, der irgendwie cool ist, aber es fehlt das gewisse Etwas, das was einen echten Schifrin ausmacht.
Irgendwie kommt der Score belanglos daher - er passt wunderbar zu dem Geschehen auf der Leinwand, aber Schifrin hält sich stark zurück in Punkto Experimenten, die seine Arbeiten in den 70igern so einzigartig machte.
Wenn man als Vergleich den Score zu "SUDDEN IMPACT - Dirty Harry kommt zurück" hört, der 1983 (also fast zur selben Zeit) erschien, da hat Schifrin richtig schön musikalisch aufgedreht, inklusive wildem Scratching (und das in einem "Dirty Harry"-Film !!!).
Vielleicht musste sich Schifrin wie Peckinpah dem Willen des Studios beugen und einen Gang zurückschalten, eine Methode, die schon vielen Filmen zum Verhängnis wurde, wenn sich Außenstehende in den kreativen Prozess einmischen ....
Trotzdem eine Empfehlung !